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Keine Kommentare » - Kommentieren Sie! Tags: Berufswahl, Reisen, Selbstfindung, Geographie/Topgraphie. Rubrik(en): Autoren, Berufsbilder, Featured„Welchen Rat gibst Du unserer Generation?“, frage ich meine Interviewpartnerin, die 25jährige Marie aus Frankreich bei meinem Interview. Marie zögert. „Ich weiß nicht, ob das verantwortungsbewusst ist.“ Ich sage ihr, dass es darum gar nicht geht.
„Dann: Genießt das Leben.“
Maries Hilflosigkeit gegenüber der Flut an Berufsmöglichkeiten ist kein Einzelfall. Viele junge Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, u.a. auch, weil es für sie schwierig ist, die unterschiedlichen Möglichkeiten angemessen zu beurteilen. Eine Entscheidung zu treffen bedeutet gleichzeitig, vieles andere auszuschließen, was weitere Ratlosigkeit verursacht. Vielleicht sind wir nicht umsonst die Generation Praktikum.

Nach dem Studium kann es außerdem sein, dass man Zeit braucht, dem Gelernten einen Stellenwert im eigenen Leben zu geben. Dies gilt vor allem dann, wenn keine Karriereplanung vorliegt und nicht an erster Stelle steht, möglichst viel Geld zu verdienen. Die alternative Priorität muss man erst mal herausfinden. #
Reisen kann helfen, eine gesunde Distanz zum Leben zu Hause aufzubauen und Prioritäten individuell zu setzen. Dazu muss man sich selbst Fragen beantworten wie: Was hat mich am Studium besonders fasziniert? Was möchte ich weiterführen, was erkenne ich als nebensächlich oder uninteressant? Am besten geht das wohl, wenn man sich eine zeitlang nur auf sich selbst konzentriert in einer Umgebung, die einem nicht vertraut ist.
Marie jedenfalls hat in Neuseeland entdeckt, was ihr wichtig ist – auf beruflicher und zwischenmenschlicher Ebene.
Übrigens: In Frankreich gibt es eine Alternative zur Heirat – pacser (Pacte Civil de Solidarité). Menschen in einer hetero- oder homosexuellen Partnerschaft, aber auch enge Freunde oder Bekannte können diesen „Zivilen Pakt“ eingehen. Sie genießen dann dieselben steuerlichen Vorteile wie Verheiratete. Außerdem wird bei einer Versetzung des einen Partners der Wohnort des anderen berücksichtigt. Eine „Scheidung“ ist zwar nicht umkompliziert, aber dennoch schneller vollzogen als die von regulär Verheirateten. Ich glaube, dass durch diese Möglichkeit die Institution Ehe an Bedeutung verliert.
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Monika Wulf-Mathies studierte Geschichte, Germanistik und Volkswirtschaft. Sie arbeitete im Kanzleramt, war ÖTV-Vorsitzende, in der europäischen Kommission und Beraterin für Gerhard Schröder. Seit 2001 ist sie bei der DHL, erst Leiterin des Zentralbereichs „Politik & Nachhaltigkeit“, seit 2009 Beraterin des Vorstands. Wie sah Ihr Weg zum Erfolg aus?
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