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Berufsbild » Jobsuche mit Xing ist effektiver als Twitter:
Ein Erfahrungsbericht – Teil 2

Lern-Muster

Im ersten Teil meines Erfahrungsberichts schilderte ich, wie ich mit Xing meinen aktuellen Job bekommen habe. Heute möchte ich von meinen Erfahrungen in der Erwachsenenbildung berichten und zeigen, warum für viele Menschen bei der Jobakquise in sozialen Netzwerken mit Xing die Grenze erreicht ist.

Bevor ich im meinen Job bei der LVQ anfing, arbeitete ich als Dozent bei einigen kleineren Trägern in der Erwachsenenbildung. Neben dem „klassischen Bewerbungstraining“ lotete ich mit den Teilnehmern die Möglichkeiten des Internets bei der Arbeitssuche aus.

Xing: Jobsuche für Schüchterne

Ich betreute einen Teilnehmer, der als Typ eher zurückhaltend war. Obwohl er sich gegenüber Xing skeptisch zeigte, erstellte er dort ein Profil. Er beschränkte seine Aktivitäten auf die Vernetzung mit direkten Kontakten und die Verfolgung von Gruppenbeiträgen in für ihn interessanten Xing-Gruppen.

Sein Profil erstellte er so, dass er für seinen Fachbereich auffindbar war und schaute in der Powersuche nach Personen die bieten was er sucht. Während seiner Suche landete er auf dem Profil eines Produktionsleiters und schaute es sich an, ohne Kontakt aufzunehmen.

Sich finden lassen!

Der Produktionsleiter jedoch wurde auf den Besucher seines Profils aufmerksam und schaute sich wiederum dessen Profil an. Er war davon so angetan, dass er ihn anschrieb und um Freischaltung seiner Kontaktdaten bat.

Es fand zunächst ein Kommunikationsaustausch über Telefon statt, dann kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Letztendlich konnte man sich auf eine Zusammenarbeit einigen.

Facebook nur privat, Twitter zu abstrakt?

Über Twitter oder Facebook wäre es vermutlich nicht zu diesem Kontakt gekommen, da der von mir betreute Teilnehmer in den beiden genannten Plattformen nicht vertreten war und dies auch nicht wollte.

„Facebook nutze ich nur für den privaten Bereich und Twitter ist mir zu abstrakt“ – Dies ist eine Aussage die ich häufig zu hören bekomme, während Xing als Business-Netzwerk verstanden und akzeptiert wird.

Fehlende Fähigkeiten

Es ist jedoch nicht nur die Skepsis vieler Menschen an der Sinnhaftigkeit vieler Social Media Plattformen für die Arbeitssuche, die Xing einen Vorsprung vor Twitter als Jobakquiseplattform gewährt: Häufig sind es auch fehlende kognitive oder technische Fähigkeiten mehrere Plattformen zu verstehen und zu händeln.

Ich habe die unterschiedlichsten Menschen, die sich sowohl nach Alter, Nationalität, Bildungsstand, als auch nach kommunikativen, technischen und analytischen Fähigkeiten unterscheiden unterstützt. Dementsprechend gestaltete sich auch die Arbeit an den Online-Präsenzen der Teilnehmer unterschiedlich.

Jobbörsen: Einfacher zu händeln als Social-Media-Profile

Die Erstellung von Profilen in Monster oder Stepstone unter Anleitung funktionierte meist gut, auch wenn es schon erste zerknautschte Gesichter gab, wenn man auf die notwendige regelmäßige Profilpflege hinwies.

Problematisch wurde es meistens dann bei Social Media Profilen: die Teilnehmer die mit auf den Social-Media-Zug sprangen, kamen höchstens bis zum Xing-, vereinzelt bis zum LinkedIn-Waggon. Danach war meistens Endstation.

Twitter und Facebook vielen zu schnell

Twitter (und genauso Facebook) mag das innovativere, schnellere, direktere Kommunikationsmedium als Xing sein, aber gerade darin liegt das Problem für viele Arbeitssuchende – vielen ist es zu schnell, zu dynamisch, zu präsent.

Und dabei beziehe ich die 28-jährige Literaturwissenschaftlerin („Ich probier Twitter seit zwei Wochen aus, ich kapier’s nicht“) genauso mit ein, wie den 58-jährigen Ingenieur („Brauche ich jetzt auch so einen Facebook?“).

Viele Teilnehmer mit denen ich spreche schätzen grade die kommunikative Behäbigkeit an Xing, da sie nicht permanent unter Kommunikationsdruck stehen. Als viel wichtiger erachten sie, ihre Kontakte gesammelt zu haben, informiert zu werden was sie tun und sich auf einfache Weise über Events zu informieren, durch die sie ihr Netzwerk erweitern können.

Mein Fazit

Vergleicht man Xing und Twitter als Werkzeug zur Jobsuche miteinander, so ist immer zu berücksichtigen wer es benutzt. Twitter mag als Kommunikationsmedium schneller und innovativer als Xing sein, deswegen ist es aber nicht für jeden gleich das effektivere Medium zur Jobsuche.

Im Endeffekt kommt es darauf an, dass für sich passende Werkzeug zu finden, seine Funktionen zu kennen und es richtig zu benutzen.

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