Simone Janson, Journalist: Jobsuche, Bildung, Existenzgründung, Social-Media

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Berufsbild » Serie – junge Berufseinsteiger weltweit:
Was tun, wenn viel Geld verdienen nicht das Lebensziel ist? – Teil 2

Anke Ernst spricht auf ihrer Berufs- und Selbstfindungsreise in Neuseeland mit der Französin Marie u.a. über die Vielfalt an unterschiedlichen Berufsmöglichkeiten und die Orientierungslosigkeit der Generation Praktikum.

„Welchen Rat gibst Du unserer Generation?“, frage ich meine Interviewpartnerin, die 25jährige Marie aus Frankreich bei meinem Interview. Marie zögert. „Ich weiß nicht, ob das verantwortungsbewusst ist.“ Ich sage ihr, dass es darum gar nicht geht.
„Dann: Genießt das Leben!“

Berufswahl – den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen!

Maries Hilflosigkeit gegenüber der Flut an Berufsmöglichkeiten ist kein Einzelfall. Viele junge Menschen sehen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, u.a. auch, weil es für sie schwierig ist, die unterschiedlichen Möglichkeiten angemessen zu beurteilen. Eine Entscheidung zu treffen bedeutet gleichzeitig, vieles andere auszuschließen, was weitere Ratlosigkeit verursacht. Vielleicht sind wir nicht umsonst die Generation Praktikum.

Nach dem Studium kann es außerdem sein, dass man Zeit braucht, dem Gelernten einen Stellenwert im eigenen Leben zu geben. Dies gilt vor allem dann, wenn keine Karriereplanung vorliegt und nicht an erster Stelle steht, möglichst viel Geld zu verdienen. Die alternative Priorität muss man erst mal herausfinden. #

Reisen hilft beim Sondieren der Möglichkeiten

Reisen kann helfen, eine gesunde Distanz zum Leben zu Hause aufzubauen und Prioritäten individuell zu setzen. Dazu muss man sich selbst Fragen beantworten wie: Was hat mich am Studium besonders fasziniert? Was möchte ich weiterführen, was erkenne ich als nebensächlich oder uninteressant? Am besten geht das wohl, wenn man sich eine zeitlang nur auf sich selbst konzentriert in einer Umgebung, die einem nicht vertraut ist.
Marie jedenfalls hat in Neuseeland entdeckt, was ihr wichtig ist – auf beruflicher und zwischenmenschlicher Ebene.

Alternative zur Ehe

Übrigens: In Frankreich gibt es eine Alternative zur Heirat – pacser (Pacte Civil de Solidarité). Menschen in einer hetero- oder homosexuellen Partnerschaft, aber auch enge Freunde oder Bekannte können diesen „Zivilen Pakt“ eingehen. Sie genießen dann dieselben steuerlichen Vorteile wie Verheiratete. Außerdem wird bei einer Versetzung des einen Partners der Wohnort des anderen berücksichtigt. Eine „Scheidung“ ist zwar nicht umkompliziert, aber dennoch schneller vollzogen als die von regulär Verheirateten. Ich glaube, dass durch diese Möglichkeit die Institution Ehe an Bedeutung verliert.

Anke Ernst

Autor: Anke Ernst

Weltbürgerin Anke Ernst wurde in Togo geboren, wuchs in Panama und Spanien auf, absolvierte einen Freiwilligendienst in Thailand und ein Auslandssemester in Frankreich. Sie spricht fließend Deutsch, Spanisch, Französisch, Englisch und hat Grundkenntnisse in Griechisch, Russisch und Thai. Außerdem hat sie als Tänzerin an der Oper Bonn, Redaktionshilfe bei Phoenix, Spanischtutorin an der Universität Bonn und Regieassistentin bei diversen Theaterproduktionen gearbeitet und sich ehrenamtlich als Jugengruppenleiterin engagiert. Nach ihrem Romanistik-Abschluss und einem Marketingpraktikum im DHL Innovation Center macht sie eine viermonatige Weltreise: Kontinenthopping über Frankfurt, San Francisco, Auckland, Sydney, Hongkong, Südostasien. Dabei berichtet sie für berufebilder.de exklusiv über die Einstellung junger Menschen zu Leben und Beruf und bloggt auf Ihrem eigenen über ihre Erfahrungen.

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