Ich studiere eine abenteuerliche Kombination, die mir aber mittlerweile gut gefällt: MA Romanistik und Slavistik (die Geisteswissenschaften) und im Nebenfach Geologie (also eher was naturwissenschaftliches). Ist es ratsam später im Berufsleben, vor allem am Anfang, viel zwischen beiden Bereichen zu wechseln, oder sollte mir von Anfang an klar sein, in welchen Bereich ich gehen soll und den dann durchziehen, weil es vielleicht im Lebenslauf seltsam anmutet, wenn ich zwischen Verlagen und Steinbruchgesellschaften hin- und herspringe?

23. April 2010 um 10:34 Uhr
Hallo Julia,
es stimmt leider schon, in der Regel schätzen es Arbeitgeber
tatsächlich, wenn eine klare Struktur vorherrscht und es so wirkt, als
könne sich ein Bewerber nicht entscheiden. Gerade für
Geisteswissenschaftler mit ihrer breiten Fächerung ist das dann ein
Problem.
Ich persönlich finde Abwechslungsreich gut, es zeigt
Vielseitigkeit. Aber die ist auf dem Arbeitsmarkt oft nicht gefragt;
ich habe eher den Eindruck, Absolventen sollen möglichst gut in eine
Schublade passen. Ich kenne auch Leute, die ein sehr breit angelegtes
Fach studiert haben und sich dann anhören musste, sie machen ja nichts
Richtig, sondern alles nur ein ein bisschen.
Von daher ist eine frühzeitige Orientierung durch Praktika sinnvoll.
Aber: vielleicht findet sich ja eine Verbindung zwischen beiden
Studienfächern – z.B. ein Verlag, der Fachzeitschriften für
Steinbruchgesellschaften auch in anderen Sprachen herausbringt.
Versuchen Sie eine Nische zu finden, in der Sie mit ihren beiden
unterschiedlichen Qualifikationen punkten können, denn das hebt Sie ja
von anderen ab.
Ansonsten: Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Eventuell werden
Sie auch einmal in einem ganz anderen Bereich arbeiten, der mit ihren
Studienfächern gar nichts zu tun hat. Das ist bei vielen
Geisteswissenschaftlern so.