Eva, obwohl altersmäßig ein echter Digital Native, gehört tatsächlich zu den Leuten, die sich Texte im Internet ausdrucken, weil sie auf dem Papier leichter zu lesen sind. Und sie meckert gelegentlich, weil sie meine Texte viel zu lang findet…
Technik hilft, Buch bildet!
Was ihre Vorliebe für das gedruckte Wort angeht, ist Eva allerdings in bester Gesellschaft: Laut einer Anfang des Jahres vorgestellten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa wünschen sich 84 Prozent der Schüler in Deutschland einen breiteren Einsatz von neuen Medien im Unterricht. Die Untersuchung im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM fördert aber noch eine zweite Kernaussage zutage: 71 Prozent der Schüler sind trotzdem nicht der Ansicht, dass E-Books oder Lernsoftware das Schulbuch adäquat ersetzen können.
Dass Gedrucktes nach wie vor als Basis des Lernens von angehenden Abiturienten am höchsten geschätzt wird, elektronische Medien aber eine sinnvolle Ergänzung sein können, bestätigt auch ein Schülerbefragung am Schulzentrum Carl von Ossietzky in Bremerhaven. Es wird gelesen, viel gelesen, in Büchern und Notizen. Viele Schüler lernen zum Beispiel nach der Methode, die eigenen Notizen sauber gegliedert in Mappeninhalte umzuarbeiten – bei der Umarbeitung bleibt bereits ein Teil des Lernstoffs „hängen“. Das Internet wird vor allem zum Nachschlagen genutzt.
Alte Klausuren als Lernmethode?
Als vor ein paar Jahren Webportale solche Inhalte angeboten haben, entbrannte darum sofort eine heiße Diskussion. „Die schreiben ja nur ab“, lautete die Hauptkritik, das Internet würde regelrecht zum Spicken und Mogeln animieren. Stimmt nicht, meint Oberstudienrätin Eike Hoffmann: „Ich nehme Originalklausuren auch sehr gerne in meinen Unterricht mit hinein. Sie sind authentischer als normale, kürzere Klausuren.“
Der feste Zeitrahmen der Abiturprüfung könne mit alten Klausuren sehr gut erprobt werden. So müssen sich Schüler im Fach Englisch zum Beispiel innerhalb von 30 Minuten zwischen zwei Texten entscheiden – und bei ihrer Entscheidung bleiben, weil die Aufgabenstellungen den Rest der Zeit klar ausfüllen.
Lernen – aber wie?
Eike Hoffmann weist auch auf den wertvollen Vergleich zwischen Original-Abiturprüfungen und „normalen“ Klausuren hin. „Schüler haben mit dem Vergleich die Chance, mit eigenen Gliederungen ihrer eigenen alten Klausuren Rückschlüsse zu ihrem Lernstand zu erhalten. Lerndefizite können so gut erkannt und kompensiert werden.“ Ihr Tipp für Schüler: „Eigene alte Klausuren unbedingt aufbewahren. Sie helfen bei der Fehleranalyse, vor allem dabei, sich individuelle, typische Fehler bewusst zu machen.“
Schülerin Isabel Nives Peckel (19) nutzt alte Abiturprüfungen und Klausuren genau so: „Ich schaue mir die Aufgabenstellung noch einmal an und überprüfe dabei, ob ich diese noch beantworten kann. Wenn nicht, wiederhole ich diesen Themenbereich.“ Lernsoftware, Internet oder Handy werden bei ihr und allen anderen befragten Schülern als Ergänzung genutzt. Und, so Mitschülerin Ina Tinis (19): „Auch abiturvorbereitende Bücher spielen bei mir eine große Rolle.“ Das ganze Interview gibts hier!
Hilfe, Prüfungsangst!
Trotz aller Möglichkeiten, sich den Lernnachmittag für das Abitur 2011 individuell effizient einzurichten: In einem Punkt bieten alte wie neue Medien keine Geheimtipps – im Kampf gegen die Prüfungsangst. Doch ist die gar nicht so groß bei den Schülern. Die Meinung von Ex-Abiturient Iven John zum Thema Prüfungsangst spiegelt sich in vielen Schülerkommentaren wider: „Ich habe Respekt vor Prüfungen, eine gewisse Unbekannte kann man schließlich nie ausschließen. Aber dabei von Angst zu sprechen und sich das auch noch einzureden, das kann nur unzuträglich sein.“
Lehrerin Eike Hoffmann erinnert sich an ihre Abiturprüfung: „Tricks gegen Prüfungsangst hatte ich eigentlich keine. Ich habe mich lediglich zwischendurch darauf konzentriert, dass alle Anspannung ja auch ein Ende haben wird. Die Aussicht auf die Zeit nach dem Stress hat mir persönlich geholfen.“
3. März 2011 um 10:01 Uhr
Informationen zu Abitur sind bei mir immer gerne gesehen. Ich beschäftige mich halt viel damit. Danke und Gruß, Swetlana!
3. März 2011 um 10:10 Uhr
Freut mich, wenn mein Blog weiterhilft. Viel Glück und viel Erfolg!