Ich wohne in Nordrhein-Westfalen plane zurzeit, ab November 2009 freiberuflich als Texterin tätig zu sein. Dazu möchte ich mich im PR-Bereich weiterbilden. Ich habe auch bereits nebenberuflich als Texterin und Textcoach gearbeitet.
Am liebsten wäre mir zwar ein Bachelor-Fernstudium, bevorzug in Kommunikationswissenschaften, das derzeit von keiner Uni oder Fachhochschule angeboten wird (wenn Sie von einem wissen, immer her mit der Information!).
Nun frage ich mich, ob es neben dem Gründungszuschuss auch gleichzeitig einen Bildungsgutschein bzw. Bildungsscheck gibt? Von einem Anbieter einer PR-Ausbildung habe ich erfahren, dass man dort zwar einige Teilnehmer im Kurs hat, die arbeitssuchend sind, aber bislang keine mit dem Kurs geförderten Existenzgründer.
Ich möchte mich aber sofort als Gründerin betätigen und nicht als Pseudo-Arbeitssuchende. Wenn Sie etwas dazu beitragen können, freue ich mich auf Ihre Antwort.

23. April 2010 um 10:12 Uhr
Liebe Petra,
danke für Ihre Frage. Ich fange mal hinten an und möchte zunächst
einige weiterführende Hinweise zur Finanzierung geben (detaillierte
Rechtfragen darf ich ja aufgrund des Rechtsdiensleistungsgesetzes nicht
beantworten):
1. Finanzierung der Weiterbildung
Um mal mit einem landläufigen Missverständnis aufzuräumen: Es ist
verständlich, dass man sich nicht arbeitssuchend melden möchte, um
einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur abzugreifen. Das ist aber,
zumindest formal, auch gar nicht nötig: Im Gesetz steht übrigens auch
nirgends, dass man das muss, um einen Bildungsgutschein zu bekommen.
Der Bildungsgutschein liegt nämlich allein im Ermessen des
Arbeitsberaters. Allerdings möchte die Arbeitsagentur natürlich so
wenig Arbeitslose (denen sie ja Arbeitslosenversicherung bezahlen muss)
wie möglich und die Bildungsgutscheine sind ein Mittel der
Arbeitsagentur, das zu erreichen. Man kann sich daher ausrechnen, wer
die besten Chancen auf einen Bildungsgutschein hat.
Die Voraussetzungen für einen Bildungsgutschein finden sich hier: [http://www.arbeitsagentur.de]…
Einen Rechtsanspruch auf einen Bildungsgutschein hat jedoch niemand, siehe dazu auch: [http://www.berufebilder.de]-…
Alternativ dazu gibt es in NRW den Bildungscheck, der innerhalb der ersten fünf Jahre auch an Existenzgründer gezahlt wird: [http://www.bildungsscheck.nrw.de]
Außerdem sind für Aufbaustudiengänge unter bestimmten Bedingenen
BAföG-Förderungen möglich. Dazu habe ich eine ausführliche Artkelreihe
hier gepostet, die Sie sich ja mal durchlesen können (die ganze Reihe
jeweils unter dem Beitrag):
[http://www.berufebilder.de]…
[http://www.berufebilder.de]…
Außerdem gibt es noch Bildungskredite: [http://www.berufebilder.de] sowie das Meister-BAföG – dieses allerdings nicht für Studiengänge: [http://www.berufebilder.de]
Einige Fördermittel gibt es auch hier: [http://www.foerderdatenbank.de]
2. Zur Auswahl der Weiterbildung
Das ist leider ein ausgesprochen weites Feld, denn der Markt ist
sehr unübersichtlich. Ihnen jetzt einfach ein Studienfach zu nennen,
wäre unseriös.
Ich habe aber auch einige Beiträge veröffentlicht, die zeigen, wie man bei der Auswahl vorgehen kann – die finden Sie hier: [http://www.berufebilder.de]
Davon abgesehen gibt es für diesen Job sehr gute Diensleister, die
zwar nicht ganz billig sind, Ihnen aber genau das passende Angebot
liefern.
In Ihrem Fall könnten Sie jedoch auch einfach mal bei der Deutschen Public Relations Gesellschaft nachfragen: [http://www.dprg.de]
3. Anregungen
Ich möchte aber noch etwas anderes anmerken: Sie haben bereits
Berufserfahrung und verfügen schon über Kontakte – ist eine
Weiterbildung unbedingt notwendig? Vorteil ist natürlich, dass man dann
das Gefühl hat, die Sache auf solide Füße zu stellen, etwas vorweisen
zu können und das man damit vielleicht auch Auftraggeber besser
überzeugen kann. Auch wenn ich keine PR mache, habe ich jedoch aus
eigener Erfahrung in der Kommunikationsbranche den Eindruck, dass
vieles vor allem über Kontakte und die Berufserfahrung läuft. Und die
erwirbt man sich eben nicht durch eine theoretische Weiterbildung
sondern Training on the Job. Statistiken der Bundesagentur für Arbeit
zeigen ja auch, dass vor allem diejenigen Weiterbildungs-Absolventen am
erfolgreichsten sind, deren Weiterbildung teilweise auch in Unternehmen
durchgeführt wurde.