Laut Bildungsministerium gibt es in Deutschland rund 14.100 Studiengänge an hunderten verschiedenen Einrichtungen – von altehrwürdigen Universitäten über die praxisorientierteren Fachhochschulen bis hin zu Dualen Hochschulen und privaten Akademien.
Wer soll da einen Überblick behalten? In meiner hiermit beginnenden Serie mit Vorstellungen von Studiengänge möchte ich über Studienmöglichkeiten abseits der ausgetretenen Pfade wie BWL oder Medizin berichten und einen Überblick über Studieninhalte und Zukunftsperspektiven geben.
Zum Schluss gibt es immer einen passenden Linktipp. Die Serie startet mit dem Studiengang Wirtschaftspsychologie.
Wirtschaftspsychologie
Wikipedia beschreibt die Wirtschaftspsychologie als eine Wissenschaft, die sich „mit dem subjektiven Erleben und dem Verhalten von Menschen im ökonomischen Umfeld sowie den sozialen Zusammenhängen“ beschäftigt.
Die Wirtschaftspsychologie ist also eine Wissenschaft, die durch die Verbindung von Psychologie und Ökonomie versucht, Antworten auf Fragestellungen zu finden, die bei einer alleinigen Betrachtungsweise nur unzureichend zu lösen wären. An dieser Schnittstelle entstehen neue Erkenntnisse, die in Unternehmen beispielsweise zur Personalauswahl, zur Optimierung des Marketings oder auch der Abläufe in Unternehmen eingesetzt werden können.
Studieninhalte
Die Studierenden erlernen sowohl psychologische als auch betriebswirtschaftliche Inhalte, die in den Vorlesungen immer wieder miteinander verknüpft werden.
- Generelle Vorlesungsfächer sind beispielsweise
- Einführung in die Wirtschaftspsychologie
- Personalwirtschaft/ -wesen
- Sozialpsychologie
- Statistik & Mathematik
- Marketing
- Medienpsychologie
- Arbeitsorganisation & Unternehmensentwicklung
- Soft Skills (z.B. Rhetorik, Fremdsprachen)
Drei große Säulen
Die Wirtschaftspsychologie zeichnet sich durch drei große Säulen aus, für die sich die Studierenden qualifizieren:
1.) Marketing & Werbepsychologie:
Die Studierenden werden auf Fragestellungen vorbereitet wie z.B.: Wie verbessert man das Marketing in Unternehmen, um mehr Käufer für ein Produkt zu finden? Wie baut man das Image eines Unternehmens auf bzw. stärkt es? Welche Farben eignen sich für welche Werbeanzeigen (Farbenlehre/-psychologie)? Wie findet man mit Hilfe von Marktforschung die richtige Zielgruppe für ein Produkt und wie erreicht man diese Zielgruppe?
2.) Organisationspsychologie:
Absolventen des Studiums kommen auch im Bereich der Unternehmensberatung unter, da sie im Studium Erkenntnisse zur effizienten und effektiven Organisation eines Unternehmens vermittelt bekommen. Dazu gehören zum Beispiel Themen wie Change Management oder Arbeitsplatzgestaltung.
3.) Human Resource/ Personalwesen:
Von der Konzeption des Assessment Centers über das Führen von Bewerbungsgesprächen bis zur Betreuung der Mitarbeiter und Organisation von Weiterbildungsmaßnahmen. Durch die Kenntnisse von Psychologie und BWL sind Wirtschaftspsychologen oft im Bereich Personalmanagement im Einsatz.
Perspektiven nach dem Studium
Aufgrund der recht breiten Aufstellung der Studieninhalte gibt es für Absolventen eines Wirtschaftspsychologie Studiums zahlreiche Beschäftigungsfelder.
Dazu gehören unter potenzielle Einsatzgebiete in
- Marketing/ Werbung und Marktforschung
- Personalmanagement (Auswahl, Entwicklung, Outplacement)
- Bildung (Coaching, Weiterbildung)
- Kommunikation und Public Relations
- Unternehmensberatung (Arbeitsgestaltung, Organisationsentwicklung, Change Management)
- Mit fortschreitender Berufserfahrung ist auch die Selbständigkeit zum Beispiel als Coach oder Unternehmensberater denkbar.
Informationen zum Studium
Auf dem Studiengangsportal www.Wirtschaftspsychologie-Studieren.de finden Interessenten des hier beschriebenen Studiengangs alle Informationen zur Studienwahl, inklusive Erfahrungsberichten von Studierenden und einer Datenbank mit allen Hochschulen.
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