
Prüfungsergebnisse, Zertifizierungen und Teilnehmerstimmen, von denen in den letzten Beiträgen dieser Serie die Rede war, haben eines gemeinsam: Sie garantieren
nicht, dass die Weiterbildung auch wirklich gut war. Denn über die praktische Umsetzung im Job sagen sie nichts. Nur: Darauf kommt es an!
Denn sie sagen in der Regel nur etwas über die Weiterbildung selbst aus – die spätere Umsetzung im Berufsalltag und im Unternehmen wird in die Bewertung so gut wie nie mit einbezogen. Genau das wäre aber wichtig, um den Erfolg einer Weiterbildung wirklich beurteilen zu können.
Die Praxis ist das beste Lernumfeld!
Grund: Am besten lernen kann man eigentlich in seinem gewohnten beruflichen Umfeld oder in einem Umfeld, in dem man sich wohl fühlt. Das hat gleich mehrere Gründe, wie die Forschungsergebnisse der Neurobiologen belegen:
Zunächst lernen wir Menschen tatsächlich viel besser am praktischen Modell, statt Wissen einfach nur in der Theorie vorgekaut zu bekommen.
Beim Lernen am Modell muss man Handlungen nicht nur beobachten, sondern auch nachvollziehen, ergänzen und im Bedarfsfall sogar korrigieren. In einem optimalen Lernumfeld fühlen wir uns dazu motiviert, etwas zu versuchen und bei einem Fehler einen neuen Versuch zu starten.
Lernen macht Glücklich!
Natürliche Neugierde wirkt dabei als optimaler Antrieb: Je häufiger wir dabei die Erfahrung machen, ein Problem selbst zu lösen, desto stärker wächst das Selbstvertrauen.
Denn solange wir auf der Suche nach etwas sind, herrscht in unserem Gehirn eine gewisse Unruhe. Wenn das Problem dann gelöst ist, erwächst aus der Erregung Beruhigung und es entsteht ein Gefühl der Zufriedenheit, weil im Gehirn bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet werden, die Glücksgefühle auslösen.
Lernlust statt Lernfrust
Auf diese Weise bekommt man umso größere Lust, wieder etwas Neues auszuprobieren. Und daher lernen Menschen auch besonders gut, wenn sie den Lernstoff aufgrund ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen selbst bestimmen können.
Denn dann können sie selbst entscheiden, welche neuen Erfahrungen sie interessieren, und können die auf diese Weise gemachten Erfahrungen besonders gut an das bereits vorhandene Wissen anknüpfen und so ihre Verhaltensmuster optimal erweitern.
Eigenverantwortliches Lernen, das möglichst auf unseren bisherigen beruflichen Erfahrungen aufbaut, ist also die beste Form der Weiterbildung.
Mehr Infos zu Lernen & Neurobiologie
Wer mehr über dieses hochinteressante Thema erfahren will, dem empfehle ich diese wirklich guten, leicht zu lesenden und trotzdem sehr informativen Bücher des Freiburger Professors Dr. Joachim Bauer:
Lob der Schule: Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern
Prinzip Menschlichkeit: Warum wir von Natur aus kooperieren
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