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Bildung & Lernen » Weiterbildung » Serie – Selbstbestimmt lernt sich’s besser:
So funktioniert Lern-Motivation!

Bisher ging es in dieser Serie darum, wie selbstbestimmtes Lernen nicht funktioniert. Wie könnte es also gehen? Mitarbeiter bekommen einfach Bücher vor die Nase gesetzt und die Anweisung „So, bring dir selbst bei, was du wissen musst“? Nein, so einfach ist es nicht.

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Jedenfalls noch nicht. Denn zunächst muss der Mensch einmal motiviert werden, überhaupt etwas an seiner bisherigen Situation ändern bzw. etwas lernen zu wollen.

Wie funktioniert Motivation im Gehirn?

Und das geht, neurologisch gesehen, so: In unserem Gehirn prüft das limbische System bei allem, was wir tun sollen, ob das verlangte Verhalten eine Belohnung verspricht oder zumindest hilft, Unlust zu vermeiden. Das geschieht auf Grundlagen vergangener Erfolgserlebnisse oder Misserfolge.

Sprich: Wer sich weiterbilden soll, dem muss das aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen attraktiv erscheinen, er muss einen Anreiz, einen positiven, leichten Stress verspüren. Nur dann sind wir bereit, überhaupt loszulegen. Daher darf Lernen nicht zu einfach sein!

Unser Belohnungssystem

Denn im Gehirn steuert das neuromodulatorische System durch die Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter wie Noradrenalin, Dopamin, Serotonin und Acetylcholin unsere Auf- nahmebereitschaft, unsere Motivation und unser Interesse. Und das geschieht nur, wenn wir beim Lernen ein Ziel vor Augen haben, das uns als Belohnung erscheint.

Mit der Zeit lernen wir auf diese Weise immer mehr, uns selbst zu belohnen – zum Beispiel indem wir uns selbst immer neue Anreize setzen, die zu neuen Belohnungen führen. Auf diese Weise lernen wir selbstmotiviert weiter.

Druck produziert Versagensangst

Zu starker Druck und Stress führen hingegen zu einem Gefühl der Bedrohung und Versagensangst und hemmen so den Lernerfolg. Denn wir haben dann das Gefühl, dass sich trotz aller Anstrengung keine Belohnung einstellt.

Und alle Eindrücke, die wir mit Angst verbinden, werden im sogenannten Mandelkern abgespeichert, dessen Aufgabe es ist, bei Abruf der gespeicherten negativen Eindrücke auf Kampf oder Flucht vorzubereiten. In dieser Situation ist es dann gar nicht mehr möglich, kreativ mit Wissen umzugehen. Im Gegenteil, in Zukunft werden wir alles tun, um ähnlich stressige Situationen zu vermeiden.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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