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Bildung & Lernen » Weiterbildung » Serie – Selbstbestimmt lernt sich’s besser:
Wie Weiterbildung nicht funktioniert!

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Im letzten Artikel ging es darum, wie Lebenslanges Lernen funktioniert. Eigentlich. Aber leider nicht so, wie gerade berufliche Weiterbildung meist abläuft. Die ist nämlich oft alles andere als kreativ und fördert eher Zeit absitzen als Lernen. Eine ziemlich altmodische Vorstellung!

Problematisch ist schon die Begrifflichkeit, mit der das Wort Weiterbildung im allgemeinen Sprachjargon oft umgeben wird – sie zeigt verräterisch auf, wie man sich Weiterbildung vorstellt: Nämlich kontrollierbar!

Verräterische Floskeln

Firmen entwickeln unternehmensspezifische, strategische Weiterbildungskonzepte. Die Arbeitsagenturen stecken Arbeitslose in Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen. Und der Staat fördert das Ganze mit Bildungsschecks und Bildungsgutscheinen.

Dass solche und ähnliche Vokabeln ausgerechnet im Weiterbildungsbereich ihre neue Heimat gefunden haben, ist kein Zufall: Weiterbildung muss offenbar generalstabsmäßig geplant werden, damit sie zum Erfolg führt. Sie muss verordnet werden wie eine Zwangsmaßnahme, damit die Leute überhaupt daran teilnehmen.

Möglichst kostenlos

Nur kosten soll es möglichst nichts, weder Schweiß noch Mühen, und schon gar kein Geld. Daher wird mit Schecks und Gutscheinen bezahlt – schnell und schmerzlos. Auch der Ansatz hinter vielen Weiterbildungsangeboten, auf den ersten Blick einleuchtend, ist bei genauerem Hinsehen nicht selten fragwürdig: Weiterbildung soll vor allem fit für die Karriere machen.

„Klar!“, sagen wir brav und nehmen teil an den Kursen, die unser Chef oder die Arbeitsagentur serviert – denn offenbar kann nur Karriere machen oder überhaupt einen Job finden, wer sich weiterbildet. Danach, ob der Kurs seinen Teilnehmern jedoch wirklich etwas bringt, wird häufig gar nicht gefragt.

Der konkrete Nutzen fehlt!

Genau das ist aber fatal: Wer etwas lernen soll oder muss, weil das angeblich gut für die Karriere ist, das er im Berufsalltag aber gar nicht anwenden kann, ist häufig auch gar nicht motiviert, richtig zu lernen.

Das ist etwa so, wie wenn man jemandem, der vor allem Nachtschichten arbeitet, in einem Zeitmanagementkurs was von Biorhythmus und besonders produktiven Morgenstunden erzählt: Es fehlt einfach nur der konkrete Nutzen – ein abstraktes Ziel „irgendwie gut für die Karriere“ ist zu wenig. Und daher ist so eine Weiterbildung auch alles, nur nicht gut für die Karriere.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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2 Kommentare

  1. So ganz versteh ich die Absicht Ihrer Zeilen nicht.

    Es gibt ein gutes altes Wort: Wer bezahlt bestimmt die Musik. Ist doch klar, dass Geldgeber (Firmen, Staat, BA) auch Inhalte und Weiterbildungsziele definieren. Was ist so schlimm daran? Jeder und jede kann eigenständig für eigene Ziele lernen. Dank Internet sogar sehr oft kostenlos…

    • Simone Janson

      Hallo Herr Reinhardt,
      Zunächst: Das ist erst der Anfang einer mehrteiligen Serie… vielleicht wird es später klarer?
      Ich beglückwünsche Sie zu ihrer Gelassenheit. Natürlich kann man sich selbst viel beibringen. Allerdings hat man dann ein Problem: Keinen Schein-Nachweis, weil es in Deutschland leider immer noch mehr darauf ankommt, was auf dem Papier steht als das was man wirklich kann.
      Wer so einen Schein haben will, für den wird es wieder gleich teuer, weil er die entsprechenden Kurse/Prüfungen absolvieren muss.
      Gleichzeitig geben aber Unternehmen und auch die Bundesagentur für Arbeit sehr viel Geld für ineffektive Weiterbildungen und eine entsprechende monströse Verwaltung der selbigen aus aus. Vielleicht nicht immer, aber oft… Mehr Infos dazu gibt es z.B. in diesem Buch von Richard Gris/Axel Koch: www.berufebilder.de/about/featured/die-weiterbildungsluege-wenn-whistelblower-sich-outen
      Bei der BA/dem Staat ist das schon keine Privatsache mehr, weil diese Kosten der Steuerzahler/die Allgemeinheit trägt.

      Andersherum gehen immer noch (zu) viele Leute davon aus, dass Weiterbildung eben Sache des Staates, des Arbeitgeber ist, gehen zu den Kursen, absolvieren diese geduldig, weil sie sie ja nicht selbst bezahlen – statt vielleicht selbst aktiv in Eigeninitiative effektiver zu lernen.

      Ich sehe da gewaltige Diskrepanzen. Wie sehen Sie das?

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