Leider machen viele Führungskräfte aus Angst zu Scheitern das Gegenteil von Innovatviem Denken: Sie überspielen die Situation, verschulden sich noch weiter und hoffen, dass die Krise schon irgendwann vorbeigeht – auch aus Angst, sich das eigene Versagen einzugestehen.
Oder sie isolieren sich aus Scham, weil sie im Freundes- und Bekanntenkreis finanziell nicht mehr mithalten können.
Gefährlicher Teufelskreis
Ein Teufelskreis also, der da aus der Verbindung von fehlender Unternehmenskultur, der daraus entstehenden Angst vor dem Scheitern und übertriebenem Perfektionismus als Kompensationsstrategie erwächst.
Fatal ist das nicht nur für die Unternehmen selbst, sondern für die gesamte Wirtschaft: Denn gerade die innovativen Neugründungen gelten als große Hoffnungsträger. Werden die Innovationen jedoch derart frühzeitig beschnitten, ist das ein Problem für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Dem zu entrinnen ist nicht einfach – doch es ist möglich, und erste Ansätze gibt es bereits.
Ausbildung zum Unternehnmer
So setzt sich auch in Deutschland mehr und mehr die Notwendigkeit einer Entrepreneurship-Ausbildung durch, was dazu führen könnte, dass sich das Unternehmerbild mittelfristig verändert. Und auch das unternehmerische Scheitern wird zunehmend thematisiert:
Deutschlands Vorzeige-Insolvenzlerin Anne Koark hat ein Buch zum Thema geschrieben und berichtet auf ihrer Website regelmäßig über ihre Insolvenz. In Köln hat Attila von Unruh, selbst ein insolventer Unternehmer, die Anonymen Insolvenzler gegründet, eine Gesprächsgruppe, in der sich Menschen regelmäßig und natürlich anonym über ihre Erfahrungen austauschen, woraus manchmal sogar neue Geschäftsideen erwachsen.