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Existenzgründung » Servicewüste » BahnCard 50:
Wer spontan sein will, muss blechen

Was bringt da eigentlich noch die Bahncard, wo es doch Sparpreise und Dauer-Spezial gibt? Die BahnCard 50 für 230 Euro (ermäßigt 115 Euro) pro Jahr in der zweiten Klasse ist dann interessant, wenn Sie spontan viel fahren oder häufig im Nahverkehr unterwegs sind.


Dann bekommen Sie nämlich 50 Prozent Preisnachlass, ohne vorher buchen zu müssen. Das heißt: Sie können ganz spontan in den Zug steigen!

Tricks im Verkehrsverbund

Da die BahnCard in vielen Verbünden nicht gilt, können Sie hier zu einem Trick greifen, wenn Ihr Start- oder Zielort nahe der Verbundgrenze liegt: Kaufen Sie einfach eine Station mehr als Sie fahren möchten oder nehmen Sie auch für kurze Strecken den IC – und schon gilt die BahnCard, was den Fahrpreis erheblich mindern kann.

Beispielsweise kostet die einfache Fahrt von Neuwied-Engers nach Bonn im Verkehrsverbund Rhein Sieg 6,30 Euro. Wenn Sie eine Station vorher in Vallendar starten, zahlen Sie für die gleiche Strecke mit BahnCard 50 nur 5,45 Euro.

In vielen Verkehrsverbünden mindert die BahnCard zudem die Kosten der Verbund-Fahrkarte. Nachteil: Meist ist die Preisminderung bei BahnCard 50 und 25 identisch.

Bahncard 25 oder 50

In vielen Fällen ist die BahnCard 25 jedoch günstiger, weil man sie quasi auf alle Sparpreise anrechnen kann. Das geht bei der BahnCard 50 leider nicht, weil die Tickets der Deutschen Bahn dann wohl leider zu billig wären!

So gesehen kann man sich als jemand, der die teuerere BahnCard 50 kauft, da schon ein wenig verarscht fühlen!

Update

Ich war, wie man aus dem obigen Text schließen kann, lange überzeugter Besitzer einer BahnCard 2Mittlerweile bin ich zur BahnCard 50 gewechselt. Das hat mehrere Gründe:

  • Von und nach Berlin, wo ich neuerdings wohne, bekommt man so gut wie nie Sparpreise – oder nur wenn man Monate im Voraus bucht. Das Argument war für mich also hinfällig.
  • Ich bin neuerdings so viel und spontan unterwegs, dass ich gar nicht jedes mal mindestens drei Tage im Voraus buchen kann.
  • Ich habe dadurch, dass ich einfach in den Zug steigen kann, wann ich Lust habe, einfach weniger Stress
  • Ich bin auch öfter mal im Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs – gerade da lohnt sich die BahnCard 50 außerhalb von Verkehrsverbünden schon
  • Als Journalistin bekomme ich die BahnCard 50 (und leider nur die!) 50 % billiger. Außerdem kann ich bei normalen Fahrkarten noch einen Großkundenrabatt von vier Prozent nutzen.
  • Ich zahle durchschnittlich also nur ein paar Euro mehr als mit der BahnCard 25, habe dafür aber bedeutend weniger Stress.

Mehr Infos

Mein Tipp: Erstmal checken, bevor man auf seiner Strecke die Sparpreise überhaupt bekommt – und ob man auf den Stress Lust hat. Dann rechnen, ob sich die 230 Euro, die die BahnCard 50 normalerweise kostet, sich beim eigenen Fahrtaufkommen auch lohnen.

Update: Zum 15. Dezember 2011 hat die Deutsche Bahn die Verbindung Großkundenrabatt-Bahncard eingestellt. Zum 15. April 2012 hat die Deutsche Bahn die Sonderkonditionen für Journalisten eingestellt! Fazit: Die Bahncard 50 lohnt sich damit im Verhältnis zur Bahncard 25 nicht mehr!

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.

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