Simone Janson, Journalist: Jobsuche, Bildung, Existenzgründung, Social-Media

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2009 fast 10% mehr Privatinsolvenzen als im Vorjahr:
NRW hat die meisten Pleitiers

Zahlen, die bedenklich stimmen: 2009 meldeten 130.698 Bundesbürger Privatinsolvenz an. Das entspricht einem Anstieg um 8,65 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2008: 120.289). Vor allem jüngere Menschen sind zunehmend betroffen. Schuld trägt aber nicht allein die Wirtschaftskrise.

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Serie besser Scheitern:
Risikovermeidung ist das Gegenteil von innovativem Denken!

Leider machen viele Führungskräfte aus Angst zu Scheitern das Gegenteil von Innovatviem Denken: Sie überspielen die Situation, verschulden sich noch weiter und hoffen, dass die Krise schon irgendwann vorbeigeht – auch aus Angst, sich das eigene Versagen einzugestehen.

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Serie besser Scheitern:
Zu viel Angst hemmt Innovationen

Andererseits beschränken übertriebene Vorsichtsmaßnahmen von vornherein die Freiheit, in der neue Ideen überhaupt erst entstehen können. Denn zum Erfolg gehört es nun einmal, Risiken einzugehen und Rückschläge in Kauf zu nehmen – auch wenn über die Fehler hinterher keiner mehr spricht.

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Serie besser Scheitern:
Nach der Insolvenz kommt man schwer wieder auf die Beine

Weil Insolvenz ein solches Tabuthema ist und wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen ist es Deutschland so schwer, hinterher wieder auf die Beine zu kommen: z.B. auch, was die Finanzierung angeht.

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Serie besser Scheitern:
Insolvente Unternehmer sind immer die Bösen

Was bei einer solchen Ausbildung herauskommen kann, ist immer wieder in den Nachrichten zu bewundern: Risikovermeidung statt Innovation. Schadensbegrenzung statt konstruktiven Umgehens mit Fehlern. Von echter „Entrepreneurship“ – nicht einmal einen eigenen Namen hat die akademische Unternehmerausbildung im Deutschen – ist nicht viel zu merken.

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Dank Wirtschaftskrise!:
Zahl der Insolvenzen steigt

Von 1. Januar bis Juli 2009 meldeten 15.891 Unternehmen in Deutschland Insolvenz an. Allein im zweiten Quartal umfasst die von Zahlungsunfähigkeit betroffenen Unternehmen 6.745 Firmen. Das entspricht einem minimalen Rückgang von 0,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal.

Aber: Während der Markt im Mai mit 2.136 und im Juni mit 2.197 Firmenpleiten eine leichte Erholung erlebte, stieg die Zahl an Unternehmensinsolvenzen im Folgemonat stark an. Im Juli beantragten 2.381 Firmen Gläubigerschutz. Das entspricht gegenüber dem Juni einem Anstieg um knapp 8,4 Prozent.

Hintergrund

Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie “Firmeninsolvenzen 1. Januar bis Juli 2009? der Wirtschaftsauskunftei BÜRGEL in Hamburg. Demnach ereigneten sich im Studienzeitraum 1. Januar bis Juli, absolut gesehen, in Nordrhein-Westfalen die meisten Firmenpleiten (3.193), gefolgt von Bayern (1.860) und Baden-Württemberg (1.721).

Relativ betrachtet stammen die meisten zahlungsunfähigen Unternehmen aus Bremen – 68 pro 10.000 Firmen. Zweites Bundesland in dieser Reihe ist Sachsen-Anhalt mit 63 Pleiten je 10.000 Unternehmen, gefolgt von Schleswig-Holstein (62 je 10.000 Firmen) und dem Saarland (51). Den geringsten Anteil an relativ gemessenen Firmenpleiten unter dem Bundesdurchschnitt – 43 Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen – werden aus Bayern (31), Hamburg (32) Thüringen (37) und Baden-Württemberg (37) gemeldet.

Vor allem jüngere Unternehmen im Osten sind betroffen

Am stärksten vom Pleiteplus im zweiten gegenüber dem ersten Quartal betroffen sind Mecklenburg-Vorpommern mit einem Zuwachs von 28,78 Prozent, gefolgt von Brandenburg (plus 16,11 Prozent) und Hamburg (plus 6,91). Unterdessen ging die Zahl der Unternehmen, die Gläubigerschutz beantragten, in Sachsen-Anhalt mit minus 15,89 Prozent am stärksten zurück. Auch in Niedersachsen (minus 11,53 Prozent), Bremen (minus 8,33 Prozent) und Thüringen (minus 8,21 Prozent) ist der Pleitetrend rückläufig.

Zwar lässt sich ein Insolvenzrisiko nicht automatisch vom Unternehmensalter ableiten. Dennoch zeigen die aktuellen Zahlen, dass vor allem jüngere Unternehmen von der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen sind. Von 1. Januar bis Juli stieg der Anteil der Unternehmen, die bis zu zwei Jahre am Markt aktiv waren und dann Gläubigerschutz beantragen mussten, auf 18,47 Prozent – das entspricht 2.935 Insolvenzen.

Gründe

Von einer Zahlungsunfähigkeit im Untersuchungszeitraum sind vor allem Gewerbebetriebe mit einem Anteil von 40,76 Prozent (6.477 Unternehmen) und GmbHs (39,16 Prozent – 6.223 Unternehmen) betroffen. Die Ursachen von Firmeninsolvenzen sind komplex:

Neben volkswirtschaftlichen Faktoren bestimmen betriebswirtschaftliche Aspekte – gerade für kleine, mittlere und vor allem jüngere Unternehmen – sehr stark das Insolvenzrisiko. Die steigende Arbeitslosigkeit wird den Konsum drücken. Viele Unternehmen leiden unter einer Kreditklemme und Zahlungsausfällen. Es fehlt Liquidität.

Insolvenzrückgang kein Grund für Optimismus

Obwohl im zweiten Quartal ein Rückgang an Firmeninsolvenzen von 0,3 Prozent zu beobachten ist, besteht nach Expertenmeinung kein Grund zu Optimismus. Begründung: Unter anderem stieg die Anzahl an eidesstattlichen Versicherungen und Haftanordnungen – Frühindikatoren für eine Unternehmensinsolvenz – im zweiten Quartal dramatisch an:

Es wurden 10.782 eidesstattliche Versicherungen erklärt, das sind 21,2 Prozent mehr als im ersten Quartal. Es kam zu 12.043 Haftanordnungen, das entspricht einem Anstieg um 10,3 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. In der Folge rechnen Experten für das laufende Gesamtjahr mit einer Zunahme der Firmeninsolvenzen auf bis zu 34.000 Fälle.

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Besser scheitern:
Insolvenz kann auch eine Chance sein

13.354 Unternehmensinsolvenzen gab es in Deutschland bis Mai 2009, Tendenz steigend. Doch auch wenn die Angst vor der Insolvenz groß ist: “Scheitern ist auch eine Chance – wenn man aus den Fehlern lernt” – das sagt einer, der alle Stufen einer Insolvenz durchlaufen hat und heute trotzdem wieder erfolgreich ist.

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Warum die Wirtschaftskrise gut für Insolvenzverwalter ist

Makaber, aber wahr: Die Krise ist nicht für jeden schlecht. Für manche Branchen ist die Wirtschaftskrise sogar ausgesprochen gut. Zum Beispiel für Insolvenzverwalter. Sie erwarten massive Zunahme der Unternehmensinsolvenzen mit neuen Rekordwerten spätestens 2010 und werden dann kräftig zu tun haben. Aber es wäre falsch, Insolvenzverwalter als reine Krisengewinnler zu bezeichnen: Die Experten fordern auch weitreichende Reformen, um mehr Unternehmen retten zu können.

2010 neuer Insolvenzrekord

Die Insolvenzverwalter in Deutschland rechnen spätestens in 2010 mit einem neuen Insolvenzrekord. Hauptgrund sind die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Unternehmen in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG zusammen mit dem Zentrum für Insolvenz und Sanierung an der Universität Mannheim (ZIS) über die Ursachen von Insolvenzen in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise.

Wegbrechende Aufträge und Kreditvergabe sind Schuld

Dabei sind es vor allem die wegbrechenden Aufträge, die den Unternehmen zu schaffen machen sowie Dominoeffekte durch Insolvenzen von Auftraggebern oder Lieferanten. Auch sind Unternehmen, die über Private-Equity Eigner verfügen, besonders gefährdet. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die restriktive Kreditvergabe der Banken.

In der jetzt vorgelegten Studie wurden im März und April 2009 namhafte Insolvenzverwalter Deutschlands befragt, die aktuell insgesamt rund 21.000 Fälle von Unternehmensinsolvenzen bearbeiten.

So sehen die Gründe im Einzelnen aus

Die Insolvenzverwalter schätzen, dass 34 Prozent der Insolvenzanträge durch die weltweite Rezession ausgelöst wurden. Das Besondere an der jetzigen Krise und Grund für die erwartete massive Zunahme sind nach Meinung von 94 Prozent der Insolvenzverwalter die Auftragseinbrüche. So berichten die Insolvenzverwalter aus Ihrer Praxis, dass davon betroffene kleinere Mittelständler einen durchschnittlichen Rückgang von über 50 Prozent zu verzeichnen hatten.

An nächster Stelle kommen mit 73 Prozent der Nennungen die Stornierung oder Verschiebung von Aufträgen sowie mit 68 Prozent Folgeinsolvenzen. Es folgen die Krisenanfälligkeit von Private-Equity finanzierten Unternehmen (64 Prozent) und die restriktive Kreditvergabe der Banken mit 62 Prozent.

Höchstmarke von 2003 wird überschritten

Fast zwei Drittel der Befragten glaubt, die bisherige Höchstmarke von rund 39.000 Firmenpleiten aus dem Jahr 2003 werde überschritten. Den Höhepunkt der kommenden Insolvenzwelle erwartet die Hälfte noch 2009, die andere Hälfte im nächsten Jahr.

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Hilfe, mein Gläubiger ist weg

Gläubiger, die sich ihren Forderungen entziehen, sind einer der Hauptgründe für Firmen-Insolvenzen. Falsche Adressen von Kunden und Schuldnern bedeuten für Unternehmen ein erhöhtes Risiko von Forderungsausfall, denn Rechnungen und Mahnungen können nicht zugestellt, Forderungen nicht durchgesetzt werden. Doch gerade Schuldner melden ihren Umzug nicht dem Einwohnermeldeamt, wodurch es für Unternehmen schwieriger wird, die neue Adresse herauszufinden.

Trend wird noch zunehmen

Und für 2009 wird dieser Trend wegen der Wirtschaftskrise noch zunehmen. Bei den Privatinsolvenzen zeigen sich nach einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Bürgel für das Jahr 2008 große regionale sowie alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede in Deutschland. Trotz des zeitweisen Rückgangs der Überschuldung von Verbrauchern erwartet Bürgel für 2009 eine deutliche Zunahme privater Pleiten.

Insgesamt meldeten im vergangenen Jahr 120.289 Bundesbürger Verbraucherinsolvenz an, das sind 146 je 100.000 Einwohner. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 12,2 Prozent. Allerdings fällt die Zahl der Privatinsolvenzen je nach Bundesland sehr unterschiedlich aus: Spitzenreiter ist Bremen mit 236 Pleiten auf 100.000 Einwohner. Am seltensten nahmen die Saarländer das Insolvenzgericht in Anspruch (93 je 100.000 Einwohner), gefolgt von Baden-Württemberg mit 109 und Bayern mit 111 Verbraucherinsolvenzen je 100.000 Einwohner. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie „Schuldenbarometer 2008“ der Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG Hamburg.

Wer ist betroffen?

Am stärksten sind die Altersgruppen der 36- bis 45-Jährigen (33,05 Prozent/39.751) sowie der 46- bis 60-Jährigen (32,16 Prozent/38.688) von Pleiten betroffen. Mit steigendem Alter sinkt das Risiko wieder. So waren 2008 nur 8,8 Prozent aller insolventen Bundesbürger älter als 60 Jahre. Knapp 60 Prozent aller Bundesbürger, die Verbraucherinsolvenz anmelden, sind männlich.
2009 muss nach Einschätzung von Bürgel in Deutschland mit einer Zunahme der Verbraucherinsolvenzen auf mehr als 140.000 Fälle (plus 17 Prozent) gerechnet werden. Diese Prognose basiert unter anderem auf dem Anstieg der Arbeitslosenquote der letzten Monate (November 2008: 7,1 %, Dezember 2008: 7,4 %, 1. Januar 2009: 8,3 %. Quelle: Statistisches Bundesamt). Die Wirtschaftskrise wird mit Verzögerung auch auf die Privatinsolvenzen durchschlagen.

Wie vermeidet man Zahlungsausfälle

Da hilft Unternehmen nur, dass Sie bei Ihren Kunden genauer hinsehen, um solche Zahlungsausfälle zu vermeiden: Frühindikatoren für Verbraucherinsolvenzen sind vor allem die eidesstattliche Versicherung und die Haftanordnung. Auf Gesamtjahressicht waren auch diese 2008 rückläufig. So ging die Häufigkeit der eidesstattlichen Versicherung von 958.895 auf 826.475 zurück (minus 13,9 Prozent) und die Zahl der Haftanordnungen verringerte sich von 538.308 auf 504.674 (minus 6 Prozent). Für 2009 ist allerdings auch hier mit einer deutlichen Steigerung zu rechnen.