Interview mit dem Produktmanager Alexander Wolters:

Vom Modedesigner zum Banker

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Von Simone Janson, 15. Juni 2009: Alexander Wolters ist erst 27, hat aber schon eine steile Karriere hingelegt: Er entwickelte u.a. das Label Gerry Weber Man oder war für das Interior-Design von Luxus-Hotels wie Marriott zuständig. Heute ist er für Marketing & Produktentwicklung im Onlinevertrieb bei einer großen Bank ... Weiterlesen - Translate full text



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Alexander Wolters ist erst 27, hat aber schon eine steile Karriere hingelegt: Er entwickelte u.a. das Label Gerry Weber Man oder war für das Interior-Design von Luxus-Hotels wie Marriott zuständig. Heute ist er für Marketing & Produktentwicklung im Onlinevertrieb bei einer großen Bank verantwortlich. Wo sieht er die Verbindung zwischen Mode, Design und Bank? Und wie schafft man bereits in diesem Alter eine solche Karriere zu machen?

Was genau machen Sie, was ist Ihr derzeitiger Aufgabenbereich?
Ich bin in meinem Team für die Produktentwicklung und das Produktmanagement der Bank im Kfz-Bereich verantwortlich. Wir entwickeln die gesamten Bankprodukte wie z.B. die AutoDispoPlus-Card oder denken uns kreative Online-Vertriebsmöglichkeiten für die Kfz-Finanzierung aus. Den PR Bereich und die Kundeninformationen liegt auch in unseren Händen.

Welche Ausbildung haben Sie durchlaufen?
Ich habe einen dualen Studiengang Produkt- und Modemanager absolviert und dabei das Produktmanagement von der Picke auf gelernt. Nicht nur die betriebswirtschaftlichen Inhalte, sondern auch das Design wurden direkt am Produkt zielgerichtet für die die Branche gelehrt. Auch die rein kaufmännische Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem renommierten Textilunternehmen war sehr hilfreich für meinen weiteren Weg. Nach meiner Ausbildungen bin ich als Assistent für das Produktmanagement im Bereich Accessoires und Oberhemd übernommen wurden. Ich halte die Kombination aus theoretischem Studium und praktischer Betriebsausbildung für ein sehr erfolgreiches System.

Wie ging es dann beruflich weiter?
Ich bin dann als Brand- und Productmanager zur Leithäuser GmbH gewechselt. Hier habe ich das Design und das Produktmanagement für den Herrenbereich der Marken Toni Gard und Benvenuto mit einem kleinen Team verantwortet. Dabei habe ich auch ein völlig neues Label, Gerry Weber Man, mit entwickelt. Außerdem habe ich für Windsor die Oberhemdenkollektion in Lizenz gemacht.
Danach hatte ich ein kurzes Gastspiel bei QVC in Düsseldorf. Dort war ich Asociate Buyer im Merchandise Department Lifestyle & Brands. Das heißt, ich habe im Modebereich die “Designer-Brands” entworfen und nach meinen Vorgaben bei Firmen wie Dennis Basso, Donna Karen New York, Ralph Lauren oder Prada eingekauft.
Von QVC wechselte ich in eine Designagentur, die sich auf das Interior-Design von Hotels spezialisierte. Da habe ich praktisch eine One-man-show abgeliefert, indem ich völlig neue Corporate Designs für die Agentur erstellt habe. Zusätzlich war ich für das Interior-Design von Luxus-Hotels wie Marriott zuständig. Da die Agentur international arbeitet – u.a. Zweitniederlassungen in Boston, London, Paris, Zürich, Berlin und Toronto hat – war ich in dieser Zeit sehr viel unterwegs. Das war zwar sehr interessant, aber auch sehr anstrengend.
Nach der Erfahrung in der Designagentur bin ich dann schlussendlich bei der Santander Consumer Bank – der größten Bank in der Eurozone und einer der größten Bankengruppen weltweit – gelandet.

Vom Modedesigner zum Banker – das hat auf den ersten Blick nicht wirklich viel miteinander zu tun. Wo sehen Sie da die Verbindung?
Da im Modedesign das Brandmanagement und die Produktentwicklung immer eine große Rolle spielten, ist die Arbeit bei der Bank hier nicht allzu fremd. Die Abläufe sind die gleichen, nur das Produkt ist anders.
Zugegeben: Für mich als visuellen und haptischen Menschen ist die Mode in der Tat viel spannender als die Entwicklung von Bankprodukten, jedoch sollte man die Arbeit bei einer Bank nicht unterschätzen.
Völlig bin ich von der Mode jedoch nicht weg. Nicht nur, dass ich für die Bank die Firmenkleidung in entwickle, sondern auch weiterhin mache ich nebenher viel freischaffende beratende Tätigkeiten im Bereich der Mode, fliege auf die internationalen Messen in Italien und Frankreich und bleibe am Ball.

Wie schafft man es, bereits mit 27 Jahren eine solche Karriere zu machen?
Durch Fleiß, Offenheit, Aufnahmefähigkeit, Networking, Empathie, Leidenschaft und eine ausreichende Portion Glück.
Was würden Sie Menschen raten, die eine ähnliche Karriere vorhaben, sprich welch Ausbildung sollten Sie machen, welche Fähigkeiten sollten sie mitbringen / sich aneignen?
Generell finde ich, dass man sich seinen Beruf nach Spaß aussuchen sollte. Man muss bedenken, dass eine solche Position wie meine teilweise dazu führt, dass man sehr viel Zeit mit seiner Arbeit verbringt. Darunter leidet natürlich auch das Privatleben. Außerdem sollte man einfach zielstrebig an seiner Sache dranbleiben und für Neues offen sein. Dadurch wird man seinen Weg erfolgreich gehen.

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