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Job- & Personalsuche » Arbeitsmarkt & Arbeitgeber » Passend zur Fachkräftemangel-Diskussion hier im Blog:
Ingenieure als Leiharbeiteiter und Audi-Personaler in Erklärungsnot

Simone Janson

Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a. für ZEIT-ONLINE, imgriff.com, changeX), Bestseller-Autorin ("Die 110%-Lüge", "Nackt im Netz") und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Beruf & Bildung, mit mehr als 50 Autoren Teil des 11-Millionen-starken Netzwerks Business & More.

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12 Kommentare

  1. Ich finde es eine Frechheit, dass Audi so tut als ob sie 100 Ingenieure suchten, und in Wahrheit sind gerade mal 7 (in Worten: sieben) Stellenangebote auf deren Homepage zu finden!

  2. Nein! Es fehlen keine Fachkräfte (im technischen Bereich)!

    Was fehlt, sind kompetente Fachkräfte in der Unternehmensführung und in der Unternehmensstruktur!!

    Warum suchen Unternehmen Ingenieure für Tätigkeitsbereiche, welche jeder halbwegs vernünftig ausgebildete Facharbeiter locker abdecken kann? Warum muss eine technisch hoch qualifizierte Fachkraft auch gleich einen Dolmetscher ersetzen?

    Kann es sein, dass jemand einen Ingenieur für die Bedienung der betriebsinternen Kaffeemaschinen suche, welcher auch noch perfekt die englische Sprache in Wort und Schrift beherrscht, um auch die englischsprachigen Bedienungsanleitung lesen zu können, so wie im Störungsfall mit der englischsprachigen Hotline, mit Sitz in Köln das Problem abklären kann?

    Nach über 20 Jahren im Bereich Elektrotechnik / Elektronik, kann ich sagen, dass es außerhalb von Forschung und Entwicklung so gut wie keine Aufgabe gibt, welche nicht von auf die Produkte geschulten Facharbeitern erledigt werden können, so lange diese nicht auch gleichzeitig den Dolmetscher ersetzen sollen. Und selbst innerhalb der Forschung und Entwicklung braucht man keine Ingenieure, Techniker etc. für den Prototypenbau.

    Warum sind Unternehmen nicht wirklich bereit Facharbeiter (warum heißen die eigentlich so, wenn sie doch nicht zu den Fachkräften zählen) auf ihre eigenen Produkte so zu schulen, dass diese dann in der Lage sind, die im Grunde für einen Fachmann/-frau dann simplen Aufgaben zu erfüllen

    Es gibt z.B. Stellengesuche, für Ingenieure, welche als Servicetechniker im Bereich Sicherheitstechnik, Störungen bei Kunden beheben sollen, deren sicherheitstechnischen Anlagen von mir als Facharbeiter bisher geplant, entwickelt und gebaut wurden. Und das sogar für das selbe Geld. Nur das ich (als Facharbeiter) vorher (betriebsbedingt) gekündigt wurde. Was ist der wahre Grund für diese Änderung? Das Fachwissen auf jeden Fall nicht!

    Es gibt Facharbeiter, welche z.B. einen technischen Zusammenhang bis in die molekulare Ebene hinein (z.B. pn-Übergang eines Halbleiters) erklären und berechnen können, jedoch zum Kabel ziehen “verdammt” sind, da sie kein englisch in Wort und Schrift beherrschen.

    Was wurde nur aus dem ehrwürdigen Beruf des Dolmetschers?

    Kurz und gut, was versteht eigentlich die Wirtschaft unter dem Begriff Fachkräfte, an denen es nach ihrer Meinung mangelt?

  3. Hallo Halilofax,
    danke, dass Sie einen neuen Aspekt und eine neue Perspektive in diese interessante Diskussion bringen!

  4. Das Problem ist von Industrie und Unternehmen hausgemacht. Ich habe 1990 ein Ingenieursstudium angefangen und habe damals schon gesehen: Eine interessante Tätigkeit, jedoch nicht lukrativ. Wieviele der intelligenten Studeienanfänger könnte man mehr für Ingenieurswissenschaften, wieviele Banke könnt eman mehr für Fach- oder Technikerausbildungen interessieren, würde man dies so entlohnen, wie es offenbar der Stellenwert der Wertschöpfung in Deutschland entspricht.

    Fazit: Gehälter relativ und absolut rauf, dann sind in 15 Jahren massig Fachkräfte vorhanden!

  5. Hallo Herr Blum,
    danke für Ihren Beitrag. Als kleiner Hinweis von mir: Wir diskutieren das Thema bereits seit Monaten auf einem anderen Thread: www.berufebilder.de/about/featured/fachkraeftemangel-ein-maerchen-ein-job-fuer-die-ingenieure-karen-sandra und sind mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass es vielleicht sogar keinen Fachkräftemangel gibt…

  6. Das mit dem “Fachkräftemangel” ist doch ne riesige politische Propagandablase. In diesem Land herrscht kein Fachkräftemangel sondern ein Überfluss an Leuten die in den Arbeitsmarkt drängen. Das Problem wird durch den Beitritt ehemaliger ostblockstaaten in die EU noch verschärft weil diese Leute bei ähnlicher Quali für wesentlich weniger Geld arbeiten und somit die “Preise” versauen. Ein Grund weshalb seit Jahren das Realeinkommen sinkt. Warum soll ein Inder über EUR 60.000,– verdienen wenn er nicht mal der dt. Sprache mächtig ist???? Das Gehalt hätte ich auch gerne. Ich bin 46 Jahre, habe neben einer Facharbeiterausbildung, einem Fernstudium zum Maschinenbautechiker, einem Ingenieurstudium, über 20 Jahre Berufserfahrung mit Auslandserfahrung und muss im Land der “Fachkräftemangels” für das Gehalt eines Hochschulabsolventen arbeiten!!
    Ich würde gerne wechseln, aber es besteht offenbar kein Bedarf!?

  7. viel gelernt

  8. Das ewige Lied vom Fachkräftemangel in Deutschland. Ich kann es ehrlich gesagt nicht ganz glauben, dass in Deutschland ein Mangel herrschen soll bei diesen Arbeitslosenzahlen (nicht vergessen Hartz4 wird rausgrechnet). Naja Hauptsache man kann mal wieder sinnlos mit Kohle um sich schmeissen. Wäre besser in die Bildung investiert als in die berüchtigten und sinnlosen Weiterbildungsprogramme der ARGE – imho.

  9. Mittlerweile glaube ich daran auch nicht mehr und vor allem gibt es ja auch eine Studie, die anderslautendes beweist: www.berufebilder.de/bildung/absolventen/peinlicher-streit-um-diw-studie-medienkrimi-und-gelungenes-crowdsourcing-fachkraeftemangel-oder-nicht/

    Richtig, in Bildung investieren. Aber das setzt Weitsicht voraus, die viele Politiker nicht haben. Da wird dann hinterher mit Weiterbildungsmaßnahmen irgendwas versucht herumzudoktorn. Und vor allem darf die Weiterbildungszielgruppe ja wählen – Kinder hingegen nicht.

  10. Der Arbeitsmarkt funktioniert nicht, wie ein Markt, geregelt durch Angebot und Nachfrage, eigentlich funktionieren sollte. Der Mangel an Fachkräften im industriellen Mittelstand ist jetzt schon eklatant und hemmt das Wachstum von Unternehmen und ganzen Branchen. Auf der anderen Seite sind viele Ingenieure in der Leiharbeit gebunden, Mütter sind arbeitslos, qualifizierte Ü50 ohne Chance auf Arbeit usw. Auf die Politik und die Behörden zu warten halte ich für sinnlos. Allerdings hat in zu vielen Unternehmen noch kein Umdenken eingesetzt. Immer noch wird nach dem perfekten Bewerber gesucht statt sich z.B. um die Potenziale der eigenen Belegschaft zu kümmern. Der entscheidende Anstoss kann nur aus den Unternehmen kommen, wobei ich hier wieder einmal auf unseren Mittelstand setze. Die Konzerne haben ihre eigenen Spielregeln und nutzen ihre Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt gnadenlos aus. Und zu viele top Fachkräfte gehen diesem Glanz nur all zu gern auf den Leim.

  11. Hallo Herr Hartl,
    danke für diesen sinnvollen Kommentar! Dass sich viele Absolventen von professionell betriebenen Personal-Marketing großer Konzerne blenden lassen, ist ein wichtiger Aspekt, der in der Diskussion bislang leider noch nicht vorkam.
    Gruß
    Simone Janson

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