Ingenieure fühlen sich schlecht vertreten
Mein Leser (aus Datenschutzgründen möchte ich seinen Namen nicht nennen), ist wütend, weil VDI zunehmend eher die Arbeitgeber vertete als die (meist angestellten) Ingenieure. Daher fordert er einen Kurswechsel des VDI und will nach 14 Mitglieds-Jahren aus dem VDI austreten. Zur Begründung schreibt er:
Insbesondere stößt mir und meinen Ingenieurskollegen die Haltung des VDI zum angeblichen Fachkräftemangel immer mehr auf. Spätestens seit der DIW-Studie von November 2010 wird immer deutlicher, dass es sich hier wohl eher um eine großangelegte Meinungsmache der Arbeitgeber handelt, letztendlich mit dem Ziel, durch Zuwanderung ein ÜBERANGEBOT an Fachkräften zu erreichen um so Ingenieursgehälter auf breiter Front drücken zu können. Arbeitslose Fachkräfte, die vielleicht nicht 1000%ig dem Arbeitgeberwunsch entsprechen, fallen dann den Sozialkassen und damit der Gesellschaft zu Last [...] Sobald der VDI hier seine Haltung korrigiert, werde ich wieder beitreten, bis dahin werde ich alle Ingenieure aus meinem persönlichen Umfeld sensibilisieren und Ihnen ebenfalls einen VDI-Austritt nahelegen.
Der VDI bleibt beim Fachkräftemangel
Marco Dadomo, Pressesprecher des VDI, hat letzte Woche umgehend geantwortet und zu den Vorwürfen Punkt für Punkt Stellung bezogen. In einer E-Mail vom 04.01.2012 schreibt er:
- Der VDI vertritt die Interessen seiner Mitglieder und keineswegs die Interessen von Unternehmen.
- Der Fachkräftemangel ist keine Erfindung des VDI oder eine Meinungsmache der Arbeitgeber. Das DIW hat sich inzwischen zu diesem Themenfeld mehrfach selbst widersprochen. Die Zahlen des IW, Institut der Deutschen Wirtschaft, dass im Auftrag des VDI einen monatlichen Ingenieur-Monitor erstellt und dabei die Zahlen der Bundesarbeitsagentur als Grundlage nimmt, sind seriös wissenschaftlich fundiert und entsprechen der Realität. Es fehlen derzeit 78.000 Ingenieure in Deutschland. Die Zahl der arbeitslosen Ingenieure ist auf 18.370 gesunken und hat damit einen Tiefstand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.
- Der VDI sieht es als seine Pflicht an, auf die derzeitige Situation und auf die Perspektiven in der Zukunft aufmerksam zu machen. In den kommenden 10 Jahren werden ca. 500.000 Ingenieure aus Altersgründen den deutschen Arbeitsmarkt verlassen. Nimmt man die derzeitigen Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften als Grundlage und berücksichtigt die seit Jahren konstante Abbrecherquote von knapp 50%, dann lassen sich diese Lücken nur mit viel Glück schließen. Der existierende und weiter anhaltende zusätzliche Bedarf an Ingenieurfachkräften, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Mobilität oder neue Technologien ist dabei nicht berücksichtigt. Davor sollte man die Augen nicht verschließen und es wäre fatal, wenn der VDI nicht immer wieder deutlich darauf aufmerksam machen würde. Der Betroffenheitsjournalismus, also dass Schicksal einzelner, der von einigen Medien gerne angewandt wird, entspricht nicht der Realität. VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs hat spiegel online inzwischen ein Interview gegeben, dass viele Aussagen zum angeblich nicht existierenden Fachkräftemangel widerlegt.
- In der Automobilindustrie beispielsweise werden derzeit tausende neue Fachkräfte gesucht. Offensichtlich kann diese Nachfrage vom deutschen Arbeitsmarkt nicht befriedigt werden und die Bundesregierung erleichtert die Zuwanderung von Hochqualifizierten aus dem europäischen Ausland – dies gilt insbesondere für Ingenieure.
Das Thema differenziert betrachten
Was ich persönlich an dieser Antwort interessant fand, ist die Aussage, dass sich das DIW mehrfach selbst zu dem Thema widersprochen habe. Davon ist mir nichts bekannt und auch bei einer öffentlichen Diskussion mit Herrn Dr. Brenke zum Thema habe ich von Widersprüchen nichts gemerkt.
Was hingegen jedoch sehr deutlich klar wurde, dass dieses komplexe Thema häufig viel zu undifferenziert betrachtet wird – und dass es notwendig ist, von Fall zu Fall genauer hinzuschauen. Möglicherweise erklären sich so die angeblichen Widersprüche des DIW? Ich würde mich diesbezüglich über weitere Informationen freuen.
Vorschlag: Mitglieder sollen über die Glaubwürdigkeit der Argumente abstimmen
Etwas genauer hingeschaut hat jedenfalls meiner Leser. Er kennt sehr wohl den unterschied zwischen der derzeitigen Situation und einem zukünftigen, potentiellen Fachkräftemangel. Und zu dem hat er einen ganz konkreten, interessanten Vorschlag an den VDI: Der soll seine Mitglieder über die Glaubwürdigkeit der Argumente abstimmen lassen:
ich bestreite nicht, dass *in Zukunft* mal ein Fachkräftemangel entstehen könnte, gegen den man *dann* u.U. auch was tun muss.
Aber *hier und heute* haben wir keinen Fachkräftemangel – sonst müssten Löhne und Gehälter steigen.
Tun sie aber gerade in Deutschland seit Jahren *nicht* oder nur minimal (inflationsbereinigt). Da helfen auch die von Ihnen angeführten angeblich wissenschaftlich fundierten Zahlen nicht weiter. Sie sagen Sie vertreten die Interessen der Mitglieder (meist angestellte Ingenieure), und beauftragen gleichzeitig das IW (finanziert von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen) Statistiken zum Fachkräftemangel zu erstellen ?
Daher möchte ich Ihnen folgendes vorschlagen:
In einer der nächsten VDI-Nachrichten geben Sie beiden Seiten nochmal die Gelegenheit, kurz und knapp zum angeblichen *heutigen* Fachkräftemangel Stellung zu nehmen, z.B. Hr. Hundt/Sinn/Henkel/Hüther versus Karl Brenke / Joachim Möller/ Heinz-Josef Bontrup / Michael Schanz / Simone Janson.
Und dann befragen Sie online auf Ihrer Website Ihre Mitglieder, welcher Position die Leser eher zustimmen.
Wenn mehr als 70% der Leser die Position des IW/VDI für zutreffend halten, bestätigt das sicherlich den VDI in seinem bisherigen Kurs und sie wären des Rückhalts Ihrer zahlenden Mitglieder versichert. Ich denke das wäre auch für den VDI eine Chance, sich auf der Höhe der Zeit zu präsentieren, zumal das Internet basisdemokratische Entwicklungen immer stärker einfordert (wie viele Beispiele der jüngeren Vergangenheit gezeigt haben).
Auch wenn wir in der Sache nicht ganz übereinstimmen, so weiss ich es doch zu schätzen, dass Sie mein Schreiben Ernst genommen haben und ich eine schnelle Antwort erhalten habe. Danke dafür.
Nur Einzelfälle?
Ich bin mal gespannt, wie die Diskussion weitergeht. Den Vorschlag, die Argumente öffentlich zu diskutieren, finde ich jedenfalls ganz hervorragend. Das ist bei dem breiten Unmut unter Ingenieuren längst überfällig.
Denn auch wenn der VDI, wie hier in der Antwort, gerne von Einzelfällen und Betroffenheitsjournalismus spricht: Tatsache ist, dass ein immer größer werdender Teil seiner Mitglieder unzufrieden mit der Politik des Vereins ist. Daher wirkt das leider ein wenig arrogant und von oben herab.
Wer ernst genommen werden will, muss seine Mitglieder ernst nehmen
Und mal ganz unabhängig davon, welche Zahlen denn nun stimmen, täte der VDI gut daran, wenn er weiterhin als Interessensvertretung von Ingenieuren ernst genommen werden möchte, das Unbehagen seiner Mitglieder ernst zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen, statt abzuwiegeln. Sonst könnten auf Einzelaustritte schnell Massenaustritte folgen.
Ich erinnere da nur an die schöne Seite
wir-sind-einzelfall.de/, mit der o2-Kunden geben genau gegen diese Einzelfall-Politik erfolgreich zu Felde zogen.
12. Januar 2012 um 01:19 Uhr
Danke für diesen Artikel und die Anstrengungen des anonymen Ingenieurs (war leider nicht ich), er spricht mir aus der Seele und offenbart den Zustand sowohl des VDI als auch der Arbeitgeberverbände.
Ich möchte nochmals auf ein weiteres “Problem” hinweisen: kein anderer Berufszweig ist so stark von Auslagerung in’s Ausland betroffen wie der Entwicklungsingenieur. Ob den Job Bertrand in Deutschland oder irgend ein indisch/chinesischer Dienstleister macht kann ja den Arbeitgebern egal sein. Ein kleines Beispiel ist hier der Verkauf von MBTech (ex-Daimler eigener Ingenieurdienstleister) an einen französischen Dienstleistungskonzern, Motto: sind ja nur Ingenieure die Produktanteile (z. B. Antriebsstränge) entwickeln.
Tatsächlich werden wir in Zukunft – neben dem Überangebot an Ingenieuren das an sich schon existiert – den massiven Abbau an Ingenieurstellen sehen. Aus den 500000 “frei werdenden” Stellen werden so auch schnell 100000.
13. Januar 2012 um 15:16 Uhr
Hallo Geschädigter,
Danke für die Ergänzungen: Haben Sie Studien, die die Auslagerung ins Ausland belegen?
Darüber hinaus können Sie auch mal an den VDI schreiben und so die Aktion unterstützen.
13. Januar 2012 um 23:46 Uhr
Nein, leider keine Studien. Mein Wissen beziehe ich aus unserer eigenen Arbeitsweise (leider) und einem Wissen über einen gewissen großen Automobilzulieferer. Wäre schön wenn dies quantitativ erfasst würde. Ich sehe die Analogie zum Facharbeiter, denn was ausgelagert werden kann (egal wie schlecht) das WIRD ausgelagert nach Unternehmenslogik.
Was man vermutlich einfach beziffern könnte wäre das Wachstum und die absoluten Zahlen für Ingenieur-Zeitarbeit und Ingenieur”dienstleister” (-> schlecht verkappte Zeitarbeit), welche beängstigende Ausmaße annehmen – aber davon hast Du ja schon (teilweise) berichtet. Dies ist IMHO ein genauso guter Indikator dafür, das es für die Ingenieure in Bälde zappenduster aussehen wird…
Ich bin gerne bereit für die Ingenieure auch aktiv Partei zu ergreifen, auch gegen den VDI aber ich bin KEIN VDI Mitglied (wohl aber VDE). Es war mir schon lange bevor ich den desaströsen Zustand des Ingenieurberufs erkannt habe klar dass der VDI ein Arbeitgeberverband ist und massiv Arbeitgeberinteressen vertritt.
In den Wikipedia-Diskussionen zum VDI finden sich übrigens gute Argumente über den VDI – und dass er inzwischen reine Arbeitgeberlobby betreibt:
de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Verein_Deutscher_Ingenieure
Auszüge:
“Fakt ist zudem, dass die Lobbyarbeit (Fachkräftemangel-Kampagne / EngineerING Card) des VDI inzwischen nicht nur von den Medien, von anderen Ingenieurverbänden und Gewerkschaften kritisiert wird, sondern auch unter den persönlichen VDI-Mitgliedern zahlreiche Proteste in Form von Leserbriefen, Beiträgen in den VDI-Nachrichten und Forenbeiträgen hervorgerufen hat. Die Unzufriedenheit eines Teils der VDI-Mitglieder spiegelt sich auch in den schlechten Umfragewerten bei der Mitgliederbefragung 2011 wider, die im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mehr auf der VDI-Homepage veröffentlicht wurde, und hat in 2010 sogar zur Gründung einer Interessensgemeinschaft gegen die Lobbyarbeit des VDI geführt.”
Noch ein kleiner Fun-Fact:
Ich habe mich ja ebenfalls von den falschen Versprechungen in’s Ing-Studium locken lassen (ja, ich wollte auch Ingenieur werden und HABE die Fähigkeiten und Interessen, aber auch ja ich würde es nie wieder tun und hätte ansonsten einen Beruf mit Perspektive gewählt). Nun sind 14 Jahre vergangen! Ich höre also diese UNSÄGLICHE Lamentiererei es gäbe doch “demnächst” einen Ingenieurmangel seit MEHR als 14 Jahren. Wie viele 14 Jahre wird es wohl bis zum realen Ingenieurmangel noch dauern? Wie lächerlich kann man sich machen als Arbeitgeberverband?
4. Februar 2012 um 13:04 Uhr
Schade dass dieses Thema (zumindest hier, ich schreibe nicht auf mikrocontroller.net) nicht reger diskutiert wird.
Ich möchte aus gegebenen Anlass von meinem “Einzelfall” berichten. Wie schon öfter erwähnt bin ich trotz sehr guter Beschäftigung absolut unzufrieden mit dem Beruf & den Zukunftsaussichten des Ingenieurs.
Ich habe vor einiger Zeit eine Bewerbungsinitiative gestartet, um den Markt auszuloten. Insgesamt habe ich knapp 60 Bewerbungen verschickt. Es war mir nicht möglich mehr als 12 Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen zu platzieren. Es gab schon Stellen, doch deren Anforderungen waren LÄCHERLICH. Auf die 12 Stellen passe ich beinahe perfekt. Der Rest waren Initiativbewerbungen – aber nur dort, wo diese noch explizit gefordert waren (und dies ist nicht häufig der Fall trotz krassem “Ingenieurmangel”).
Jetzt, eine lange Zeit später, kann ich vermelden dass ich im Ingenieurspeckgürtel hier im süden Deutschlands genau 0 Antworten oder Einladungen bekommen habe.
Das wundert mich nicht, denn IBM, Daimler MBtech (welches übrigens eine PR-Image-Kampagne getarnt als Jobangebote fährt!), NSN und einige weitere “entzerren” ja den “angespannten” Ingenieurmarkt.
Bevor jetzt jemand wieder eigene Schuld, Einzelfall, … denkt:
Ich habe mich LETZTE WOCHE auf einen nicht-technischen Job, der mich in eine völlig andere Richtung bringt beworben. Die Bedingungen – vor allem das Gehalt – sind anfangs sicher schlechter, aber lieber sicher als in Bälde arbeitslos.
Und siehe da: ich habe sofort ein Vorstellungsgespräch!
Ich war VÖLLIG perplex, das habe ich als Ingenieur noch nie erlebt! Man bewirbt sich und wird EINGELADEN!
Mir erkläre jemand, warum die händeringend suchenden Firmen den Ingenieur nicht wenigstens einladen oder wenigstens absagen (nein, ich hänge ganz sicher nicht in-the-loop, die haben keinen Bock auf den Aufwand des Absagens).
Also: mit etwas Glück verlasse ich bald den Beruf und fange in einem spannenden, herausfordernden und vor allem menschlichen Bereich an, der sehr im Gegensatz zum Ingenieurberuf sehr gute Zukunftsaussichten hat.
Lustigerweise zähle ich dann zu dem 1/4 Ingenieure welche berufsfremd arbeiten und die Statistik des Ingenieurmangels verfälschen.
5. Februar 2012 um 10:07 Uhr
Hier nochmal eine kleine, sehr sehr sehr traurige Ergänzung dazu:
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,813388,00.html
“[...] So soll der Konzern künftig nur noch von einer kleinen Kernbelegschaft geführt werden. Spezialisten und Fachkräfte hingegen will IBM auf einer eigens gegründeten Internetplattform anwerben. [...]
Ähnlich wie beim sozialen Netzwerk Facebook könnten Arbeitnehmer in dem IBM-Modell Bewertungen und Zeugnisse der Arbeitgeber erhalten, die dann von anderen Unternehmen eingesehen werden. Die in einer “Cloud” (Wolke) organisierten Arbeitskräfte, heißt es in dem IBM-Papier, würden internationale Arbeitsverträge erhalten, um restriktive Vorschriften in den jeweiligen Heimatländern zu umgehen.
Außerdem sollen sie auch nur für die Dauer der jeweiligen Projekte beschäftigt werden. Ein solches System, in dem weltweit Arbeitskräfte um befristete Jobs auf Internetplattformen konkurrieren, würde Konzernen wie IBM gewaltige Einsparungen bringen und die Effizienz erheblich steigern.
[...] sank die Zahl der unbefristeten Vollzeitjobs von 1999 bis 2009 um 18,5 Prozent. [...] Zugleich stieg die Zahl der atypischen Erwerbsformen – etwa Leiharbeit oder Solo-Selbständigkeit – um fast 79 Prozent an.”
5. Februar 2012 um 15:11 Uhr
Hallo Geschädigter,
danke für diesen sehr nützlichen Hinweis. Passenderweise wird am 8. Februar eine Diskussion zwischen Bundesarbeitsministerin Ursula van der Leyden und Katharina Borchert von SPON zum Thema “Zukunft der Arbeit” – das passt da natürlich hervorragend. Über die Diskussion werde ich berichten. Ggf. gibt es auch ein Video oder die Sache wird gestreamt. Für weitere Infos bitte mal oben auf Termine klicken – und dann auf besagten Termin.
Außerdem ist das ein sehr gutes Beispiel für einen Vortrag, den ich just heute abend halte. Also gleich doppelt Danke!
15. Februar 2012 um 17:26 Uhr
Gibt es zur “Zukunft der Arbeit” etwas neues? Ich habe hier, aber auch im Mainstream nichts über das Thema gefunden, bei Terminen hier auf der Seite stand (nach diesem Datum) auch nichts neues.
Übrigens fühlt sich der Arbeitgeberverband VDI wieder berufen, dem Ingenieurmangel zu huldigen – und wie immer sind die Antworten jenseits von glaubhaft oder befriedigend:
Streitthema Fachkräfte – “Die Hälfte der Ingenieure geht bald in Rente”
www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,805470,00.html
17. Februar 2012 um 10:07 Uhr
Hallo Geschädigter,
doch, ich habe die ganze Diskussion mitgeschnitten, nachzuhören hier: www.berufebilder.de/existenzgruendung/versicherung/ursula-von-der-leyen-talkt-mit-katharina-borchert-zu-arbeitswelt-im-wandel-ministerin-zur-pflicht-rentenversicherung-fuer-selbstaendige/
Allerdings wurde dazu wenig gesagt, daher liegt der Schwerpunkt des Artikels auf einem anderen Aufreger.
Was IBM angeht, gab es dazu schon ein paar Meldungen. Allerdings habe ich anläßlich meines Vortrags mit dem Arbeitsrechtler Professor Dr. Peter Wedde dazu unterhalten, der genau zum Thema Telearbeit bei IBM promoviert hat (siehe z.B. www.sapler.igm.de/static/…/PeterWedde_SAP-Website_2007.pdf) und meint, die Idee sei eine alte Idee in neuem Gewand, die schon vor 20 Jahren nicht funktioniert hat. Ich wollte mich da auch noch einlesen – indes: Zeit… sorry.
Ich freue mich aber natürlich über weitere Informationen zum Thema.
SJ
20. Februar 2012 um 15:47 Uhr
Hallo Geschädigter & Frau Janson
leider habe ich erst jetzt Gelegenheit, zu Eurer hervorragenden Diskussion etwas beizutragen. Der oben in Auszügen zitierte Brief an den VDI stammt von mir, danke für Eure Anerkennung.
Ich habe gerade eine neue Email-Adresse angelegt (wir-sind-VDI@web.de), um unsere Interessen zu bündeln. Ich glaube, da kann was ins Rollen geraten.
Mir liegen Hinweise aus seriöser Quelle vor, die besagen dass der VDI mit falschen Zahlen zum angeblichen Fachkräftemangel operiert.
Wer über das weitere Vorgehen auf dem Laufenden gehalten werden möchte => bitte kurze Mail an *wir-sind-VDI@web.de*
Gruß
wir-sind-VDI@web.de
29. Februar 2012 um 18:23 Uhr
Ich denke ich muss gar nicht darauf hinweisen, aber trotzdem:
Spiegel:
Dramatische Akademiker-Studie: Merkels Bildungsweise schlagen Alarm
www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,817938,00.html
Davon abgesehen das der Akademiker/Ingenieurmangel natürlich völliger Kappes ist, prophezeie ich im Nachgang eines solchen, offensichtlich von den entsprechenden Lobbygruppen plazierten Artikels & Studie eines:
dass die Arbeitgeberverbände aus ihren Schlammlöchern gekrochen kommen, sich den Morast abkratzen und deutlich machen, dass man zur Behebung des Ingenieurmangels doch an der Flexibilität und an den (zu hohen) Gehältern arbeiten sollte. Denn nichts lockt Fachkräfte mehr als niedrigere Gehälter und unsichere Beschäftigung, ist doch klar.
Noch ein kleiner witziger Aspekt: in all diesen Lobbyartikeln sind völlige Widersprüche versteckt, die mit einem Trick(?) überspielt werden.
“Obwohl die Zahl der Hochschulabsolventen eines Jahrgangs seit dem Jahr 2000 von 18 auf 25 Prozent gestiegen ist, fällt Deutschland international zurück.”
Im Prinzip wird immer der auffällige Widerspruch aufgegriffen (z. B. auch bezüglich der eher fallenden Ingenieurgehälter und der prekären Massen-Beschäftigungssituation der Ingenieure) und mit einem lapidaren Satz in Zweifel gestellt – freilich ohne Argumente. “Trotz sinkender Gehälter existiert der Mangel, Firmen bekommen keine Ingenieure”.
Dann noch Ingenieurdienstleister (=Zeitarbeit, und NICHTS anderes ist das) als positiv darstellen und ignorieren, dass alle Firmen ihre Ingenieur als Billiglöhner auslagern, ja Daimler seine Ingenieurfirma gar VERKAUFT und fertig ist die Lobby-Verarsche. Entschuldigung wenn ich mich teilweise wiederhole.
1. März 2012 um 14:18 Uhr
Hallo Gescbhädigter,
vielleicht muss ich auch gar nicht auf die konzertierte Aktion hinweisen, die gerade gegen den VDI losgetreten wurde: berufebilder.de/jobsuche-bewerbung/arbeitsmarkt-arbeitgeber/ingenieure-machen-gegen-ihren-eigenen-verband-mobil-wir-sind-vdi/
Sie können sich dort gerne Gleichgesinnten anschließen und Ihren verständlichen Ärger in konstruktive Bahnen lenken.
Simone Janson
16. März 2012 um 00:59 Uhr
Dieser liederliche Lobbyisten-Verein leistet sich nicht mal einen Profi zum Verfassen der Pressetexte. Herr Marco Dadomo (Pressesprecher des VDI) macht drei mal den “dass – das”-Fehler. Stümper!
Wenn der Rest auch so arbeitet, dann wundert mich gar nichts mehr.
Jupp
16. März 2012 um 07:19 Uhr
Falls tatsächlich laut VDI 70.000+ Ingenieure händeringend gesucht werden.
Wo sind diese Firmen?
Bisher höre ich nur die Arbeitgeberverbände stöhnen über einen drohenden Ingenieur- und Fachkräftemangel. Die Bedrohung höre ich seit ca. 25 Jahren.
Ich habe einen Job bei einem Ingenieurdienstleister, der das sogar Zeitarbeit nennt.
So kann ich ganz gelassen mich weiter bewerben.
Stellenangebote: 90% Zeitarbeitfirmen
U.a. eine nette Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch bei einer Zeitarbeitsfirme / Personalvermittler in meiner Gegend (NRW).
“Aufgrund der Vielzahl der Bewerber können wir Ihnen die Reisekosten zum Vorstellungsgespräch nicht erstatten.” (das wären ca. 10€ gewesen)
Dieser Mangel muss schrecklich sein.
16. März 2012 um 08:55 Uhr
Hallo, die neusten Zahlen www.berufebilder.de/jobsuche-bewerbung/arbeitsmarkt-arbeitgeber/diw-findet-klage-zum-baldigen-ingenieurmangel-ueberzogen-fachkraeftemangel-eine-statistik-fata-morgana-des-vdi/ und die Gründung der Anti-VDI-Inititative habt Ihr gesehen? www.berufebilder.de/jobsuche-bewerbung/arbeitsmarkt-arbeitgeber/ingenieure-machen-gegen-ihren-eigenen-verband-mobil-wir-sind-vdi/
25. März 2012 um 08:25 Uhr
Hallo,
ich bin zwar kein Ingenieur, aber auch wir haben uns dem Thema Fachkräftemangel in Deutschland, in unserem Blog, angenommen.
Ich bin der Meinung, dass in manchen Bereichen schon ein Fachkräftemangel besteht. In vielen Bereichen finde ich den großangekündigten Fachkräftemangel jedoch nicht.
Es ist dabei auch falsch nach den Stellenangeboten zu gehen. Ich selber schaue mir regelmäßig die Stellenangebote durch. Es ist nicht zu glauben wie viele davon über Jahre ausgeschrieben werden und nicht besetzt werden. Nun könnte einer denken, dass die Unternehmen keine Kräfte finden. Aus guter Quelle weiß ich jedoch, dass sich viele gut qualifizierte Fachkräfte auf solche Stellen bewerben, die nur geringe Abweichungen vom Stellenprofil vorweisen. Daher bin ich der Meinung, dass viele Stellenanzeigen nur aus Imagezwecken aufgeben werden.
freundliche Grüße
Josef
26. März 2012 um 10:50 Uhr
Hallo Josef, das ist sicher auch noch ein Aspekt der dazu kommt und der die Statistik verzerrt. Danke für den Beitrag.
Simone Janson
16. April 2012 um 21:05 Uhr
Das ist ein sehr schöner Blog! Was mir aber auffällt ist die Diskontinuität im Selbstverständnis des VDI’s. Hier mal ein Beispiel aus einem Interview mit Herrn Dr. Fuchs aus dem Spiegel Online.
„KarriereSPIEGEL: Müssten Sie als Vertretung der Ingenieure nicht in der Gehälterdebatte deutlich Partei ergreifen und Lohnsteigerungen fordern?
Fuchs: Wir sind keine Gewerkschaft. Wir sind immer noch wirtschaftsnah.”
Und zeitgleich in der oben angeführten Stellungnahme:
„Der VDI vertritt die Interessen seiner Mitglieder und keineswegs die Interessen von Unternehmen.“
Damit ist der VDI (Verein Deutscher Ingenieure) eine wirtschaftsnahe Arbeitnehmervertretung oder ein arbeitnehmerfreundlicher Wirtschaftsverband. Schön dass man sowas miteinander konfliktfrei verbinden konnte.
17. April 2012 um 07:55 Uhr
Hallo Ich,
danke für das Kompliment zum Blog, da freuen wir uns!
30. April 2012 um 14:35 Uhr
Hallo,
sehr gut geschrieben. Ich habe zwei Heimatländer, Deutschland ist eines davon, wo ich auch aufwuchs. Ich habe ein paar Jahre im anderen Heimatland verbracht, wo meinen dortigen Landsmännern viele Jobs in Deutschland in Ausicht gestellt wurden. Mir nicht. Ich habe jetzt einen, der nicht meinem Profil entspricht, während meine anderen Landsmänner Stellen bekommen, auf die ich mich beworben habe und hätte. Die ganze Leiharbeit geht mir auf den Geist und dass man schon blind in Stellen hineingedrängt wird, um überhaupt etwas zu bekommen. Ich bin für das was ich tue falsch bzw.- überqualifiziert und todtraurig, weil ich obendrein auch noch dauernd kritisiert werde. Vielleicht muss ich beiden Heimaten den Rücken kehren.
3. Mai 2012 um 09:28 Uhr
Hallo Jemand,
Spannendes Thema, danke für den Kommentar.
Gerade diese Tage habe ich von dem ungeplanten Run portugiesischer Fachkräfte auf Schwäbisch Hall gelesen: www.spiegel.de/karriere/ausland/0,1518,820912,00.html
Da würde es mich natürlich interessieren, welches zweite Heimatland das ist und was den Leuten dort über die Situation in Deutschland erzählt hat.
4. Mai 2012 um 17:59 Uhr
Hmm?! Ich hatte doch eben gepostet?! Wird geprueft oder hat es nicht geklappt.
Danke der Anerkennung. Mein anderes Heimatland ist Spanien. Dort heisst es, in Deutschland gaebe es Jobs en masse. Man ist begeistert von den Vorstellungsgespraechsaktionen in MAdrid und von den Flugzeugcharteraktionen, wenn Ingenieure zu Vorstellungsgespraechen in Sondermaschinen nach Deutschland geflogen werden, denn es ist nicht bekannt, dass die Firmen fuer die Reisekosten aufkommen muessen. Die spanischen Ingenieure, die ich schaetze und mag, bieten sich hier fuer Gehaelter an, die deutsche Firmen noch fuer Nettogesuche halten. Aber selbst dann ist es noch weniger als das was ein Deutscher verlangen konnte… Meine Leihfirma ist jedenfalls gluecklich mit der Vermittlung spanischer Arbeitnehmer. Auffaellig ist, dass viele Ingenieure in Leihfirmen im Personalwesen arbeiten.
Falls der andere Beitrag geprueft wird, muss dieser hier nicht zugelassen werden.
7. Mai 2012 um 13:44 Uhr
Hallo,
sorry. Nein, der Kommentar ist einfach nicht erschienen, sorry, da muss etwas schief gelaufen sein. Nein, geprüft wird nicht.
Genau das ist ja das Problem bei der Blue-Card, das der DIW kritisiert.
9. Mai 2012 um 22:43 Uhr
Ach so, kann ja mal vorkommen. Kein Problem.
17. Mai 2012 um 12:12 Uhr
Ich bekam am 15.5. eine Mail: das Locken auslaendischer Kraefte geht weiter. Die 2011 gegruendete Zusammenarbeit zwischen deutschem und spanischem Arbeitsamt geht weiter etc. und in Villingen-Schwenningen kommt es wohl wieder
Die meisten in Spanien ankommenten Stellenangebote gaebe es im Ingenieurwesen.
Die Links fuehren zu Angeboten bzw. Informationen zu den Vorstellungsgespraechsveranstaltungen.
www.sepe.es/contenido/empleo_formacion/eures/pdf/OferAl_Villin_Programa.pdf <- Programm, es geht mit dem Einfliegen der Fachkraefte los, die dann in Hotels untergebracht werden. Begruessung, Vorstellung der Region, blu, bla und trullala. Am 2. Tag, den 26.6. werden sich die Herrschaften ueber den Tag in einer riesen Vorstellungsgespraechsveranstaltung dann vorstellen.
Falls jemand – zurecht – demonstrieren will, moege er bedenken: die Spanier werden benutzt, sie kommen nicht, um jemandem den Job wegzunehmen, denn sie glauben wirklich an einen Fachkraeftemangel. Sie kennen die Situation hier nicht.
Der Originaltext der Mail fuer Menschen die Spanisch beherrschen:
Continúa en 2012 la colaboración entre los Servicios Públicos de Empleo de España y de Alemania iniciada en 2011 y encaminada al reclutamiento de personal cualificado español para trabajar en Alemania. La mayoría de las ofertas que nos llegan siguen siendo dentro del ámbito de las ingenierías, aunque también solicitan profesionales cualificados del metal y en menor medida profesores de español para educación secundaria y Turismo-Hostelería.
Se va a modificar la gestión de los procesos de selección que se realizarán a lo largo de este año. Estamos haciendo un último envío de información desde este buzón de correo para difundir la convocatoria de
Proceso de selección para Alemania (Villingen-Schwenningen)
Disponen de toda la información al respecto aquí: www.sepe.es/contenido/empleo_formacion/eures/convocatorias_ofertas/procesos_seleccion.html#sele_alemania2
Tengan en cuenta que a partir de ahora dejará de estar vigente su antigua candidatura y que para recibir información de los nuevos procesos de selección tienen que consultar directamente las
Ofertas, convocatorias y proyectos de empleo en la web del Servicio Público de Emplo Estatal (SEPE):
www.sepe.es/contenido/empleo_formacion/eures/convocatorias_ofertas/index.html
En cuanto al sector sanitario este año se ha iniciado una colaboración con el equipo de EURES-Alemania que se ocupa de este sector para reclutar profesionales de la medicina y enfermería que nos ha pedido la difusión de esta información:
www.sepe.es/contenido/empleo_formacion/eures/pdf/OferAl_Medicina.pdf
www.sepe.es/contenido/empleo_formacion/eures/pdf/OferAl_Enfermeria.pdf
Les recordamos que en general sigue siendo imprescindible como mínimo un nivel intermedio de Alemán (B1) aunque en determinadas ofertas de empleo aceptan un B2 de Inglés: B1/B2 del Marco Común Europeo de Referencia para las lenguas
Reciban un cordial saludo,
Equipo EURES España.
(si ha contactado varias veces con nosotros es posible que reciba varias veces esta información)
17. Mai 2012 um 12:27 Uhr
Warum kann ich nicht mehr posten? WOllte auf eine Rekrutierungsveranstaltung fuer Spanier in Villingen-Schwenningen hinweisen.
17. Mai 2012 um 12:30 Uhr
Hallo Jemand,
Ich käme sonst aus dem aussortieren nicht mehr raus. Ich habe den ersten Kommentar nun freigegeben und die anderen beiden gelöscht. Danke für den Hinweis!
sorry, wenn in dem Kommentar mehr als ein Link vorhanden ist, muss ich den Kommentar erst freigeben. Das soll verhindern, dass hier alle möglichen Leute Werbung machen
17. Mai 2012 um 12:48 Uhr
Ach so! Ich habe mir hier einen abgewundert und war schon am verzweifeln
Danke!
Ich hoffe, es interessiert.
17. Mai 2012 um 16:53 Uhr
Danke, ich schau mal!
17. Mai 2012 um 18:32 Uhr
*Ich habe mir hier einen abgewundert* => lol saugeiler Ausdruck.
17. Mai 2012 um 22:55 Uhr
hehe, danke fuer die Blumen
Ups, mein post war iwie nicht komplett, wollte schreiben, dass es in Villingen-Schweinningen zu einer Veranstaltung kommt, an der viele Vorstellungsgespraeche stattfinden, aber das wird ja spaeter klar, hoffe ich
23. Mai 2012 um 20:14 Uhr
Wenn es stimmt, dass Firmen Fake-Ausschreibungen machen, koennten erwerbslose Ingenieure doch diverse Fake-email-Accounts erstellen und sich vielfach auf eine Position bewerben
dann waere der Pseudomangel pseudogeloest.
24. Mai 2012 um 09:36 Uhr
Hallo Jemand,
naja, sicher witzig, aber m.E. nicht zielführend. Besser fände ich konzentrierte Aktionen, so wie die von “Wir sind VDI”.