Jung von Matt mal wieder. Erst machen sie mit geschmackloser Werbung beim Castor-Transport von sich reden. Nun machen sie Werbung in eigener Sache. Personalmarketing, um genauer zu sein. Denn die Werbeagentur sucht Verstärkung in der Art Direktion.
Dank Michael Assmann bin ich via Twitter auf die Idee aufmerksam geworden. Die Art und Weise ist wirklich kreativ, da kann man nicht meckern – und erreicht vor allem genau die Zielgruppe:
Zielgruppenspezifisch statt difuses Social Media
Wo andere Facebook-Seiten gestalten oder ein bisschen Twittern, sind die Werber bewusst einen ganz anderen Weg gegangen: Sie haben 15 Fotografen gebeten, ihnen zu helfen…
Denn Fotografen reichen ihre Arbeiten regelmäßig in Kreativbüros herum. Die Mappen werden da von den Art Direktoren durchgeblättert. Und so finden sie nun in den Fotos der besagten 15 Helfer-Fotografen kleine Hinweise auf die Jobangebote bei Jung von Matt. Zielgruppenspezifische Ansprache eben!
Dreiste Abwerbe?
Robert Voigt kritisiert auf Detailverliebt vor allem die Umsetzung: “Die Ansätze sind zwar in Ordnung, aber dennoch wirken die Hinweise in den meisten Fotos lieblos dahingeklebt. Vielleicht muss das auch so sein, damit die Botschaft überhaupt auffällt.” Und hat gleich noch eine kreative Idee für weniger attraktive Jobs: “Was meint ihr? Wirbt die Müllabfuhr jetzt auch bald mit beschrifteten Müllsäcken für offene Stellen?”
Ich habe an einen noch ganz anderen Aspekt gedacht: Wie dürfte wohl die Konkurrenz reagieren, wenn Jung von Matt ihnen solcherart die Mitarbeiter ausspannt? Was so nett als trojanisches Recruiting umschrieben wird, ist in Wirklichkeit eine dreiste Abwerbe an der Grenze zum unlautteren Wettbewerb. So eine Aktion könnte kräftig nach hinten losgehen – für Jung von Matt ebenso wie die beteiligten Fotografen und die Art Direktoren.
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