Wenn wir in einer Runde stehen, jeder mit Cocktailglas in der Hand, gibt es nichts Schöneres, Wärmeres und Erhebenderes als das Gefühl: „Wow! Die hören mir alle zu! Und die finden mich toll! Die lieben mich!“
Wer das noch nicht reflektiert hat, wird nie dahinter kommen, warum wir uns alle so sehnlich eine hohe Small-Talk-Kompetenz wünschen. Es ist das mächtigste aller menschlichen Motive: ungeteilte, unverfälschte, ehrliche Anerkennung. Babys sterben, wenn sie sie nicht bekommen. Erwachsene auch, seelisch. Hans lebt. Er lebt geradezu auf, als die Augen der netten Supporterin aufleuchten. Warum leuchten sie?
Jeder kann eigentlich Small Talk!
Sobald Hans seine Blockaden überwunden hat, schaltet sich seine übliche Sprachgewandtheit wieder ein: Immerhin ist er Abteilungsleiter. Das heißt: Er kann reden. Das gehört zu seiner Führungskompetenz. Deshalb macht er ganz automatisch einige Dinge richtig, die andere vielleicht erst lernen müssen: Genau das macht Hans intuitiv. Er fragt nach den Auswirkungen der eben gehörten Präsentation auf die Arbeit der Supporterin.
Zuhören ist Silber, richtig Fragen ist Gold
Das ist auch deshalb ein bombensicheres Rezept, weil: Wer fragt, kriegt immer eine Antwort! Das Motto dabei lautet: Erzähl’ keinem was! Niemand mag Oberlehrer und Vielredner. Lass dein Gegenüber erzählen: Frag! Und zwar vor allem offene Fragen.
Greenhorns stellen oft geschlossene Fragen: „Finden Sie unseren Vertriebsleiter nicht auch etwas pompös?“ Was kann man darauf schon antworten? Eigentlich nur Ja oder Nein – und in beiden Fällen ist das Gespräch beendet, bevor es begonnen hat. Weil es im Sinne des Wortes einsilbig begonnen hat. Also fragen Sie offen: wie, warum, weshalb, wofür, wozu oder „Was halten Sie davon?“

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