
Eigentlich sind wir fest davon überzeugt, dass uns jeder kleine Fehltritt Ansehen und Status kosten kann.
Missgünstige Kollegen scheinen nur darauf zu warten, uns für unser Un-Perfekt-Sein, unsere Verfehlungen an den Pranger zu stellen. Der Chef winkt vielleicht bei fehlender Perfektion gleich mit einer Abmahnung. Und bei der nächsten Entlassungswelle könnte man ja auch auf der Abschussliste stehen. Die aktuelle ökonomische Situation, besser bekannt als Wirtschaftskrise, verstärkt diese Ängste noch.
Genau dadurch wird aber die Chance verspielt, sich konstruktiv mit Fehlern auseinanderzusetzen und daraus für die Zukunft zu lernen.
Lieber verwenden nicht wenige Mitarbeiter aller Hierachiestufen kostbare Arbeitszeit darauf, gemachte Fehler zu verleugnen, zu vertuschen, zu beschönigen oder diese sogar anderen unterzuschieben.
Das eigentlich Ziel, gemeinsam etwas Produktives zu erreichen wird sekundär, ja tritt manchmal sogar völlig in den Hintergrund. Viel mehr ist in einigen Unternehmen eine regelrechte Wettbewerbskultur herangereift, in der es einzig nur noch darum geht, die lieben Kollegen an Fehlerlosigkeit zu übertrumpfen: Und die geht so weit, dass ganze Branchen die interne Revision mehr fürchten als die Konkurrenz.
