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So Wehren Sie sich gegen mobbende Kollegen

Hilfe, ich werde gemobbt. Nach Studien geht es mindestens jedem 8. in Deutschland so. Doch was kann man dagegen tun? Fest steht: Es ist wichtig, sich gegen Mobbing zu wehren, damit der andere merkt, dass er nicht einfach so weitermachen kann. Daher 10 Tipps für Mobbingopfer!

  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch: Auch wenn es schwer fällt: Halten Sie Ort, Zeit, Vorfall, beteiligte Personen und Folgen einer Mobbing-Attacke schriftlich fest. Einerseits hilft ein solches Tagebuch immer wiederkehrende Konflikte und Vorfälle offen zu legen und sich das System dahinter klar zu machen. Andererseits hilft es bei eventuellen juristischen Auseinandersetzungen.
  • Wenn der Mobber Informationen zurückhält: Oft besteht Mobbing darin, dass Kollegen Ihnen Informationen vorenthalten. Eine gute Methode, dennoch an die Informationen zu kommen: Stellen Sie vor allen anderen konkrete Fragen nach Informationen.
  • Richtig mit Intriganten umgehen: Auch eine Form des Mobbings: Der Kollege will sich auf Ihre Kosten vor dem Chef profilieren und sie alt aussehen lassen: Fragen Sie ihn doch einmal ganz direkt nach Details, die er nicht wissen kann. Und weisen Sie ganz gezielt in seiner Gegenwart Ihren Chef auf Ihre eigene Erfolge hin.

  • Lassen Sie sich Ihre Arbeit nicht schlecht machen: Oft besteht Mobbing darin, dass Kollegen alles was Sie tun, schlecht machen. Stehen Sie einfach voll Ihrem Optimismus und Ihrem Engagement: „Mit dieser Organisation wird das nie klappen“ – „Doch, das wird es.“ Oder: “Ich habe das Gefühl, dass die Zeit noch nicht reif dafür ist” – “Vielleicht ist es an der Zeit, mal ihre eigene Gefühle zu überprüfen.”
  • Was tun gegen Klatsch und Tratsch? Die Kollegen tuscheln auf dem Gang und sind still, wenn Sie dazu kommen? Da hilft nur, die Tratschtanten mit einer gehörigen Priese Selbstironie direkt anzusprechen: “Reden Sie mal wieder über mich? Darf ich mitlachen?”
  • Umgang mit Frontalangriffen: Mobbing muss nicht hinterhältig sein, sondern kann auch ganz direkt verlaufen: „Das ist wieder mal einer Ihrer völlig undurchdachten Vorschläge. Man hat den Eindruck, Sie haben dem Chef nicht richtig zugehört.“ Verschwenden Sie keinen Gedanken an den Inhalt der Aussage, sondern kommentieren Sie nur Art des Angriffs – und zwar immer in der Wir-Form: „Ich möchte Sie bitten den Ton zu finden, der unserer Kultur entspricht“, „Dieser Stil ist nicht der Stil, den wir hier gewohnt sind. Würden Sie bitte sachlich bleiben, wie alle anderen“ oder „Es entspricht nicht dem Niveau in dieser Firma, so polemische Äußerungen zu machen.“:
  • Drehen Sie den Spieß einfach um: Der Mobber “lebt” meist davon, dass er im stillschweigenden Einvernehmen mit anderen handelt: Exponieren Sie den Täter daher als denjenigen, der produktives Arbeiten verhindert: „Wir kommen inhaltlich so zu keinem Ergebnis“, „Es ist im Sinne aller hier, dass wir zügig unsere Themen abhandeln“, „Wir alle wünschen uns eine effiziente Sitzung. Wir haben wichtigere Themen“ oder “Mit dieser Art verhindern Sie, dass wir hier weiterkommen.“ Damit isolieren Sie den Kollegen in der Gruppe und – was für ihn schlimmer ist – lassen Ihn vor dem Chef schlecht dastehen.
  • Wehren Sie sich mit Gesten: Auch die Körperhaltung ist wichtig, wenn es darum geht, anderen verbal Einhalt zu gebieten: Stehen Sie aufrecht und nehmen Sie eine offene Körperhaltung ein, lassen Sie dabei die Arme locker hängen. Wichtig: Demonstrieren Sie Ihr Selbstbewusstsein. Halten Sie unbedingt Blickkontakt!
  • Vermeiden Sie die falsche Körperhaltung: Wenn Ihre Körperhaltung nicht zu Ihren Sprüchen passt, entlarven Sie nur ihre eigene Unsicherheit und machen sich damit erst recht zu Gespött. Tabu sind alle Gesten, die Unsicherheit oder Nervosität bekunden, wie unsicheres Kratzen am Kopf und ein hilfloses Rudern mit den Armen. Und: Wenn Sie die Augen niederschlagen, begeben Sie sich automatisch in Büßerpose.
  • Reden Sie sachlich mit dem Mobber: Reden Sie einfach mit Ihrem Kollegen. Oft können daher auch Gespräche und gemeinsam erarbeitete Lösungsansätze beiden Seiten helfen. Machen Sie aber keine Vorwürfe wie: „Du hast aber …“, sondern formulieren Sie Ich-Botschaften und sagen Sie klar, wie Sie sich fühlen, etwa: „Ich habe mich durch ihren Ausbruch angegriffen und verletzt gefühlt.“
Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.

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