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Hilfe, eine Krise!

Die Wirtschaftskrise ist in aller Munde. Doch auch persönliche und berufliche Krisen können uns jederzeit treffen. Eine berufliche Krise ist wie andere Krisen auch ein Höhe- und ein Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung. Nach psychologischem Verständnis sind Krisen aber nicht nur bedrohlich, sondern lebensnotwendig!


Jedes Leben kann plötzlich ins Wanken geraten!

Aus Sicht der Integrativen Therapie nach Hilarion Petzold treten sie immer dann auf, wenn sich Persönlichkeitsstrukturen gegenüber anstehenden Veränderungen als zu starr erweisen. Eine Krise lässt sich definieren als eine labile Situation, in der sich ein Mensch befindet.

Krise bedeutet zunächst Bedrohung. Die alltägliche Situation, in der sich ein Mensch befindet – zum Beispiel bezogen auf seinen Job und seinen Arbeitsplatz – wird zunehmend instabiler. Die Krise schließt den Verlust von etwas Altem, Bewährtem und die Angst vor etwas Neuem, Unbekanntem mit ein. Damit steht sie am Beginn einer Veränderung, doch die Weiterentwicklung und der Ausgang sind ungewiss.

Die Entwicklung einer Krise

Eine Krise entwickelt sich nicht von einem Tag auf den anderen, sondern hat immer eine Vorgeschichte. Meist erkennt man das allerdings erst im Nachhinein.
Durchhalteparolen à la „Es wird schon alles gut werden“ oder „Das wird sich schon noch einrenken“ oder „Augen zu und durch“ mögen vielleicht in manchen Situationen ihre Berechtigung haben. Was ungelöste Konflikte angeht, können sie jedoch fatale Auswirkungen haben. Wenn Sie sich nicht mit einem schwelenden Konflikt beschäftigen, wird er nur in den allerseltensten Fällen von allein verschwinden, sondern ständig in Ihnen weiter gären. Oft ist man sich dabei des Ernstes und der Dramatik der Lage gar nicht bewusst.

Dramatische Wendepunkte

Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem Sie feststellen: Sie stecken mitten in einer Krise. Während berufliche Konflikte meist noch einigermaßen eingrenzbar sind und nur einzelne Bereiche betreffen, stellt die berufliche Krise die ganze Basis für den Job in Frage. Bei einer Krise haben wir, anders als bei einem Konflikt, das Gefühl, völlig den Boden unter den Füßen zu verlieren. Krisen haben damit eine weitaus existentiellere Dimension als Konflikte.

Konflikte, die im psychologischen Sinn nicht „bearbeitet“ werden, mit denen man sich nicht beschäftigt und die man unbewusst zu verdrängen versucht, besitzen das Potenzial, früher oder später zu einer Krise zu werden. Krisen sind also oft die Folgen von ungelösten Konflikten.

Oft sind erst die psychosomatischen Störungen der Hinweis des Körpers darauf, dass es nicht mehr geht. Sie zwingen einen dann dazu, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Isabel Nitzsche
Autor: Isabel Nitzsche

Isabel Nitzsche ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule. Sie arbeitet fürs Fernsehen und für Zeitschriften sowie als Trainerin und Coach, außerdem ist sie Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher (u.a. Spielregeln im Job. Wie Frauen sie durchschauen und sie für sich nutzen und Praxisbuch Konfliktlösung: Konstruktiv und selbstbewusst im Umgang mit Kunden, Kollegen und Geschäftspartnern) und hat sich auf die Themen Job und Karriere spezialisiert, zu denen sie auch Workshops anbietet.

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