Denn wenn Sie sich nur Ruhe gönnen, nicht weiter über die Krise nachdenken, und nichts ändern, besteht die Gefahr, dass im nächsten Job wieder alles genauso läuft.
Auch, wenn es sich unangenehm anhören mag: Um langfristig aus der Krise herauszufinden und nicht sofort in die nächste zu stolpern, hilft es nur, sich mit dem auseinanderzusetzen, was passiert ist. Um der Gefahr der Wiederholung zu entgehen, müssen Sie die Krise nachbereiten.
Die Beantwortung folgender Fragen kann dabei hilfreich sein:
- Was genau ist passiert?
- Wie ist es passiert?
- Welche Aspekte meines Verhaltens haben zur Krise beigetragen?
- Was könnte wieder eine Krise auslösen?
- Welche meiner alten Fähigkeiten haben mir geholfen?
- Welche neuen Fähigkeiten haben sich bewährt?
- Wie kann ich in Zukunft mit Krisen umgehen?
Schreiben Sie die Antworten auf diese Fragen für sich selbst auf. Oder sprechen Sie mit Ihrem Partner oder Freunden darüber. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass diese eine zu subjektive Sicht der Dinge haben.
Suchen Sie sich Hilfe
Besser ist es, sich einen Coach als neutralen Gesprächspartner zu suchen.In Gesprächen können Sie analysieren, für welchen Teil der Krise die vielleicht objektiv schwierigen Umstände und für welchen Teil Sie selbst verantwortlich waren. Was die schwierigen Umstände angeht, hilft es für die Zukunft, wenn Sie sich selbst ehrlich fragen, warum Sie sie überhaupt toleriert haben. Oder ob Sie sich nicht zu wenig gewehrt und geschützt haben und sich so als „Opfer“ angeboten haben.
Schreiben Sie einen Brief
Um diese Fragen zu klären, kann es auch in dieser Phase hilfreich sein, Ihrem Ex-Chef oder Ihrer Ex-Chefin einen weiteren Brief zu schreiben, den Sie niemals abschicken. Schildern Sie ihm, was er oder sie Ihrer Meinung nach falsch gemacht hat, aber teilen Sie auch Ihre Gedanken über Ihren Teil der Verantwortung mit.
Wenn Sie merken, dass Sie das nicht schaffen, weil der Groll oder der Schmerz noch zu tief sitzt, lassen Sie den Brief erst einmal liegen. Fangen Sie später, nach ein paar Tagen oder Wochen noch einmal einen neuen Brief an, der sicher bereits etwas versöhnlicher klingen wird. Warum hier von Versöhnung die Rede ist? Das ist die Voraussetzung, um mit der Krise abzuschließen. Nur so können Sie verhindern, daß Sie sich in Gedanken immer weiter mit Ihrem Chef beschäftigen.
Humor hilft weiter
Auch wenn es anfangs etwas seltsam klingen mag: Eine Portion Humor kann dabei helfen, die nötige Distanz für das psychologische „Verarbeiten“ dieser schmerzhaften Erfahrung zu schaffen. Versuchen Sie doch einmal, die komische Seite Ihres Rückschlages zu sehen, indem Sie zum Beispiel bei der nächsten Schilderung dieser Geschichte im Freundeskreis die Charaktere – sowohl Ihren eigenen als auch den Ihres Vorgesetzten – etwas übertreiben. Dabei wird nicht nur manches witziger, sondern auch deutlicher.

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