
Wie ich im ersten Beitrag gezeigt habe, hilft Macht, eigene Ziele durchzusetzen. Und wer auf Augenhöhe kommuniziert, kann konstruktiver verhandeln. Oft reicht schon ein nur subjektiv empfundenes Machtgleichgewicht dafür aus. Freelancer verhandelt mit multinationalem Konzern – wo bitte geht´s hier zum Machtgleichgewicht, werden Sie fragen. Die Antwort: Alles eine Frage der Einstellung!
Grundsätzlich gilt: Vertrauen in die Qualität der eigenen Leistung und Produkte, ins eigene Können, also Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit im klassischen Sinne helfen weiter.
Immer einen Plan B in der Tasche
Vor allem aber hilft die “Best Alternative To The Negotiated Agreement”, die BATNA”. Als Machtfaktor „macht“ sie unabhängiger und damit stärker. Wieso das mehr Macht verleiht? Ganz einfach: Sie sind nicht so leicht erpressbar, wenn Sie auf einen Verhandlungserfolg genau in dieser Sache mit diesem Partner nicht angewiesen sind.
Wie das geht? In der Vorbereitung auf eine Verhandlung, eine Auseinandersetzung, einen Konflikt überlege ich mir eine Ausweichmöglichkeit für den Fall, dass ich meine Mindestvorstellungen nicht realisieren kann. Wird die Schmerzgrenze unterschritten, habe ich immer noch ein Ass im Ärmel, nach dem Motto: Auch andere Eltern haben schöne Kinder.
Informationen sind Macht
Informieren Sie sich! Nötig sind vor allem der Zugang zu Informationen und möglichst die Kontrolle der Kommunikationskanäle. Schützen Sie Ihre Informationen und teilen Sie nicht selbstverständlich mit jedem/jeder.
Decken Sie Ideenklau auf – es geht nicht nur „um die Sache“, sondern immer auch um die Profilierung als Urheber. Der Mächtige läst sich nichts ungestraft wegnehmen – er entschiedet selbst, wann er freigebig sein will und kann.
Sprechen Sie die Sprache und Körpersprache der Macht
Haben Sie die Queen schon mal rennen sehen? Natürlich nicht, das ist nicht die Bewegungsform der Mächtigen. Die Queen hat einen hohen Status – sie lässt rennen. Das machen die Lakaien. Die Körpersprache der Mächtigen ist sparsamer als die des Fußvolkes.
Körperhaltung und Status sind eng miteinander verknüpft. Wir können oft bereits an der Körpersprache eines Menschen seinen (Status- und Macht-) Anspruch erkennen: Macht er sich breit oder schmal, beansprucht er viel oder wenig Raum? Weicht er mir aus – körperlich oder mit Blicken – oder konfrontiert er mich? Eine veränderte Körpersprache verändert immer auch die Status-Position.
Vermeiden Sie die Worte der Machtlosen
Streichen Sie Worte wie “ich werde verarscht” für immer aus Ihrem Wortschatz, denn der Mächtige lässt sich nicht verarschen. Dasselbe gilt für den Gebrauch des Wortes unverschämt – nur die Machtlosen wünschen sich, dass sich andere “verschämt” verhalten, natürlich in der Hoffnung, sie hätten dann selber mehr Macht.
Der Machtvolle sagt “Ich”. Der Machtlose nutzt “man”. Noch schlimmer und die eigene machtlose Situation unterstreichend “da kann man eh nichts tun”. Eine weitere Version, die oft zu hören ist “das war schon immer so”. Nur machtlose Menschen akzeptieren Zustände, die ihnen nicht zusagen. Machtvolle Menschen machen sich daran, diese zu ihren Gunsten zu ändern.
Mit wenig Aufwand werden sich erste Forstschritte und Erfolge auf dem Weg zu Macht schnell einstellen.
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