Nie im Leben hätte Sylvia mit so etwas gerechnet: Gerade noch ging sie ihrem Tagesgeschäft nach und jetzt sitzt sie ihrem Chef gegenüber, der ihr einfach so, mit nüchternen Worten klarmacht, dass er in Zukunft auf Ihre Arbeitskraft verzichten will. Von einer Minute zur anderen ist plötzlich alles anders. Auch wenn das so schnell gar nicht in der ganzen Tragweite zu begreifen ist – es ist auf jeden Fall ein Schock.
Den Schock eingestehen
“Gestehen Sie sich ein, dass Sie unter Schock stehen und unternehmen Sie erst einmal nichts. Sie sind viel zu benommen, als dass Sie in der Lage wären, vernünftige Entscheidungen zu treffen”, rät Isabel Nitzsche (www.printtv.de), Coach und Autorin des Buches “Erfolgreich durch Konflikte. Wie Frauen im Job Krisen managen”.
Auch Wut und Ärger sollte man in solchem Momenten besser für sich behalten: “Wenn Sie auf Konfrontationskurs gehen, wird Ihr Chef sich dagegen wehren und das wird nur die Basis für zukünftige Verhandlungen über die Rahmenbedingungen Ihres Ausscheidens verkleinern,” warnt Nitzsche.
Nichts unterschreiben!
Wichtig ist für die Krisen-Expertin aber vor allem eines: “Unterschreiben Sie in einer solchen Situation nichts, schon gar nicht einen Aufhebungsvertrag. Denn dessen Vereinbarungen sind verbindlich und können von Ihnen später nicht rückgängig gemacht werden!”
Wer gegen seine Kündigung klagen will, hat dafür drei Wochen Zeit. Kein Grund also, sich vom Arbeitgeber unter Zeitdruck setzen zu lassen, wenn es zum Beispiel um die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages geht: “Warten Sie in Ruhe ab, bis sich der erste Schreck legt und Sie wieder einigermaßen klar denken können. Dann können Sie sich mit Vertrauenspersonen Ihrer Wahl, Ihrem Partner, Freunden, einem Coach und einem Anwalt besprechen. Abgesehen von sachlichen Fragen, die zu klären sind, hilft das Reden, den Schock besser zu verarbeiten”, erklärt Nitzsche.
Sich auf die Kündigung vorbereiten
Doch auch im Vorfeld kann man sich auf eine mögliche Kündigung vorbereiten: Da heute eigentlich jeder damit rechnen muss, seinen Arbeitsplatz auch wieder zu verlieren, sollte man dafür sorgen, dass der Lebenslauf ein jederzeit verkaufbares Produkt sei – am besten, indem man sich ständig darüber informiert, welche Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, wie Coach Isabel Nitzsche rät: “Wer alle vier Wochen den Stellenmarkt in der Zeitung und Jobbörsen im Internet checkt, bekommt einen guten Überblick. Wenn die eigene Qualifikation nicht mehr gesucht ist, gilt es möglichst bald Korrekturen vorzunehmen und sich fachlich weiterzubilden.”
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