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Karriere & Erfolg » Management, Motivation, Strategie » Verbesserungsmanagement? Fehlanzeige!

Frommer Wunsch und Wirklichkeit klaffen wie so oft weit auseinander – offenbar gerade auch in deutschen Unternehmen. Denn Chefs hören wohl gerade eines nicht so gerne: Kritik. Schon gar nicht von ihren Mitarbeitern.

Dabei können Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern betriebliche Arbeitsabläufe optimieren und für Unternehmen Kostenersparnisse bringen, man sollte daher annehmen, dass sie im Management hochwillkommen sind. Das sollte man zumindest annehmen.

Für Kritik unempfänglich

Die Realität sieht jedoch anders aus, wie eine Umfrage des deutschen Karriereportals Monster zeigt: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer gab zwar an, dass in ihren Firmen generell die Möglichkeit besteht, Verbesserungsvorschläge zu äußern; diese werden von den Chefs jedoch kaum in die Praxis umgesetzt.

19 Prozent der Befragten machen ihren Chefs keine Verbesserungs-vorschläge, da diese grundsätzlich unerwünscht sind. Nur bei knapp einem Drittel der befragten Deutschen finden die Anregungen jederzeit Beachtung und werden auch tatsächlich umgesetzt.

Die Ergebnisse der Umfrage auf einen Blick

Frage: Werden Verbesserungsvorschläge von Ihren Vorgesetzten angenommen?

Generell besteht die Möglichkeit sich zu äußern,
Vorschläge werden aber kaum umgesetzt. 51% (483)

Gute Vorschläge finden immer Gehör und
werden auch umgesetzt. 30% (286)

Verbesserungsvorschläge sind nicht erwünscht. 19% (174)

Auf den ersten Blick unverständlich

Dass Unternehmen so wenig auf Verbesserungs-vorschläge ihrer Mitarbeiter setzen, scheint gerade in Krisenzeiten unverständlich. Denn die Mitarbeiter sehen oft als Erste, wo es im Betrieb hakt und wo Verbesserungen angebracht und möglich wären. Hier besteht ein sehr großes, aber offensichtlich nur unzureichend genutztes Potenzial zur Steigerung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

Ein weiterer Vorteil: Finden die Vorschläge der Angestellten Beachtung, wirkt sich das auch positiv auf die Leistung und Motivation der Mitarbeiter sowie das Betriebsklima aus.

Gründe

Aber: Wer die Abläufe in Unternehmen kennt, weiß, dass hier idealistischer Anspruch und Realität aufeinanderprallen. Zum einen fehlt Vorgesetzten häufig die Zeit und das Geld, die vielleicht guten Vorschläge der Mitarbeiter auch umzusetzen.

Zum anderen räumen natürlich Chefs den Vorschlägen ihrer Mitarbeiter leider auch nicht die notwendige Priorität ein. Denn zu oft gilt in Unternehmen noch: Der Chef hat das Sagen, die Mitarbeiter sollen für ihr Geld tun, was man ihnen sagt. Und welcher Chef mag sich schon Kritik ausgerechnet vom Untergebenen anhören?

Blick ins Ausland

Etwas besser scheint der Umgang mit betrieblichen Verbesserungsvorschlägen im Nachbarland Österreich. Hier erklärten immerhin 37 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass ihre Ideen immer Gehör bei den Chefs finden und dann auch umgesetzt werden. 44 Prozent der befragten Österreicher gaben an, dass Verbesserungsvorschläge zwar geäußert, aber nur selten realisiert werden. Genau wie in Deutschland stößt allerdings rund ein Fünftel der österreichischen Teilnehmer mit seinen Verbesserungsvorschlägen bei den Vorgesetzten auf Ablehnung.

Zur Umfrage

1.022 Personen in Deutschland und Österreich nahmen vom bis zum 20. Juli 2009 an der Umfrage teil. Das Karriereportal Monster führt in regelmäßigen Abständen Befragungen auf lokalen und globalen Webseiten des Unternehmens zu Themen rund um Arbeitsplatz und Karriere durch. Diese Befragungen sind nicht repräsentativ, sie spiegeln die Meinung der Nutzer von Monster wider.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.

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