Welchen Einfluss haben die Eltern auf die Karriere? Das wollte im Juli das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Zeitschrift BRIGITTE BALANCE wissen:
Einigkeit herrscht darin, dass beruflicher Erfolg der Eltern den eigenen Druck erhöht – dieser Meinung sind 60 Prozent aller Befragten – und das Scheitern der Eltern die eigene Karriere erschwert (das glauben 43 Prozent).
Soziale Strukturen reproduzieren sich selbst
Dass die Karriereverläufe durch die Eltern beeinflusst werden, hängt vermutlich schon mit der Berufswahl zusammen: Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung (2005) mit dem Titel „Jugend und Beruf“ ist Berufswahl einer der wenigen Bereiche, in denen Eltern ihre Kinder noch um Rat fragen.
Diesbezüglich ist problematisch, dass es durchaus verfestigte soziale Struktu-ren gibt, die sich wie von selbst zu reproduzieren scheinen. So zeigt Studie im Auftrag des DGB erstellte Studie „Jugendliche ohne Berufsabschluss“ (2003), dass gerade Jugendliche mit Migrationshinshintergrund, deren Eltern sich im Bildungs- und Ausbildungssystem Deutschlands wenig auskennen und die selbst einen geringen Bildungs- und Ausbildungsstand haben, vom Elternhaus keine ausreichende Unterstützung erhalten könnten.
Startschwierigkeiten sind ein Karrierehindernis
Gerade diese Jugendlichen seien stärker als andere auf sich selbst gestellt und daher, so kann man schlussfolgern, seltener beim Übergang von der Schule in eine Ausbildung erfolgreich.
Wer aber schon beim Start in den Beruf Schwierigkeiten hat, dem fehlen auch hinterher wichtige Voraussetzungen, um Karriere zu machen: Das richtige Benehmen, die richtigen Kontakte – und vor allem auch das notwendige Selbstbewusstsein.
Auch Rollenverhalten reproduziert sich
Wichtig sind laut der Forsa-Umfrage auch die Rollenvorbilder, die zu Hause vorgelebt werden: Für fast die Hälfte ist der eigene Vater ein berufliches Vorbild – jedoch lediglich 37 Prozent sagten dies auch von ihren Müttern. Und nur ein Fünftel aller Befragten (18 Prozent) ließ sich bei der Berufswahl von den Eltern stark beeinflussen. Immerhin: Je jünger die Befragten (16 bis 29 Jahre), desto wichtiger ist die Mutter als berufliches Vorbild.
Vielleicht hängt damit auch zusammen, dass nur 22 Prozent der deutschen Männer glauben, dass Frauen die besseren Chefs sind. Bei den Frauen sieht die Quote besser, aber nicht gerade selbstbewusst aus: Lediglich 41 Prozent halten ihr eigenes Geschlecht für die besseren Führungskräfte.
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