Simone Janson, Journalist: Jobsuche, Bildung, Existenzgründung, Social-Media

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Berufsbild

Regine Heidorn erzählt im Interview, wie man Jobs findet, die es noch gar nicht gibt:
„Twitter ist das innovativste Social-Media-Tool.“

Regine Heidorn wollte eigentlich Langzeitstudentin werden. Heute arbeitet sie als Webentwicklerin, Informations-Architektin, Dozentin und Consultant in Berlin. In Teil 1 des Interviews erzählt sie, wie man Kunden und Jobs über Twitter findet.

Simone Janson

Von: Simone Janson
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Absolventen & Praktika

Serie – so funktioniert Jobsuche nicht:
Kuhhandel – viel wollen, das Falsche bieten!

Basar

Manche Bewerber erwarten zu viel, wollen ohne Kontakte den Traumjob. Daneben gibt es noch Bewerber, die nicht die richtigen Skills mitbringen. Ein Problem von Angebot und Nachfrage – wie auf jedem Markt oder Basar. Ein Handel! Genau das verstehen viele aber nicht.

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Christian Arno

Von: Christian Arno
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Berufsbild

Übersetzung & Lokalisierung Lingo24:
Mit Online-Marketing vom Gästezimmer in die Vorstandsetage

Ich habe 2001 im Gästezimmer meines Elternhauses in Aberdeen, Schottland, mit Übersetzungen begonnen. Heute leite ich als Geschäftsführer das international Übersetzungsunternehmen Lingo24, das auf vier Kontinenten tätig ist.
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Eva Zils

Von: Eva Zils
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Berufsbild

Erasmus humanum est:
Wie finde ich als Geisteswissenschaftler eigentlich einen Job?

Am Anfang ist das Studium. Und dann kommt der Job. So glauben das jedenfalls alle Studenten. Alle Studenten? Nein, es gibt eine relativ große Gruppe an Studenten, die nicht von vornherein weiß, was sie mit ihrem Magister, Master oder Bachelor im Berufsleben anfangen kann.
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Simone Janson

Von: Simone Janson
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Absolventen & Praktika

Stipendien:
Fachwirt Online Marketing BVDW

Die Bewerbungsfrist für die Stipendien zum “Fachwirt Online Marketing BVDW” ist gestartet. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. schreibt bereits im dritten Jahr die Weiterbildungsinitiative zum berufsbegleitenden Studiengang aus. Bis zum 10. Februar 2010 können sich qualifizierte Nachwuchskräfte für das berufsbegleitende Studium an den Standorten Frankfurt, Köln, Hamburg und München bewerben.

Der achtmonatige Studiengang startet im März 2010 in Frankfurt, Köln, Hamburg und München. Das Stipendium zum “Fachwirt Online Marketing BVDW” beinhaltet die Übernahme der Studiengebühren für qualifizierte Berufsanfänger, die bereits erste Erfahrungen in der Online-Branche gesammelt haben. Interessierte Nachwuchskräfte können ihre Bewerbung ausschließlich online beim BVDW einreichen. Die besondere Eignung ist mit entsprechenden Unterlagen nachzuweisen.

Informationen zu Studienprogramm und Bewerbung
Weitere Informationen und Bewerbungsunterlagen zum BVDW-Stipendium sind unter www.akademie.bvdw.org zu finden. Der Vorlesungsplan zum Studiengang steht unter www.dda-online.de bereit. Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen sind per E-Mail an stipendien@bvdw.org einzureichen.

Sonja Kubczak

Von: Sonja Kubczak
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Berufsbild

Warum Geisteswissenschaftler auch Unternehmen was bringen:
"Ein Unternehmen lebt von der guten Mischung seiner Personalstruktur"

Ich habe Romanistik (Schwerpunkt Französische Philologie), Germanistik (Schwerpunkt Neuere deutsche Literaturwissenschaft) und Theaterwissenschaft studiert. Heute bin ich Marketing Communications Manager bei Jobscout24.
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Simone Janson

Von: Simone Janson
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Absolventen & Praktika

Was können Geistes- und Sozialwissenschaftler tun, um einen Job zu finden?

Geistes- und Sozialwissenschaftler haben oft hochfliegende, idealistische Pläne, was ihre berufliche Zukunft angeht – und scheitern dann sehr schnell bei der Jobsuche an der Realität. Es empfiehlt sich daher, die Jobsuche ganz pragmatisch anzugehen. Klagen bringt nicht weiter, handeln ist angesagt. Wer also einen Job sucht, muss eine geforderte Gegenleistung erbringen, die den Bedürfnissen des Arbeitgebers entspricht. Und natürlich gilt: Je mehr Bewerber auf dem Markt sind, desto mehr Auswahl hat das Unternehmen. Das klingt banal und hart zugleich, hilft aber Absagen besser «wegzustecken». Denn wer sich die Beweggründe des Arbeitgebers vor Augen führt, merkt schnell, dass diese häufig nicht persönlich gemeint sind und nur aus Zeitnot so unfreundlich und standardisiert ausfallen.

Pluspunkt Arbeitserfahrung

Auch Arbeitserfahrung ist ein Pluspunkt bei der Bewerbung: Sie zeigt in der Regel, dass man in der Lage ist, seine Fähigkeiten in Unternehmen auch gewinnbringend umzusetzen. Dabei kann auch jede noch so unbedeutend scheinende Erfahrung weiterqualifizieren – beispielsweise zeigt ein Kellnerjob, dass man hart, unter Druck und im Team arbeiten und mit Kunden umgehen kann. Allerdings ist es nicht sinnvoll, irgendwelche Arbeitserfahrungen wahllos aneinanderzureihen; vielmehr sollten die Jobs eine rote Linie im Lebenslauf und einen Fortschritt erkennen lassen, da potentielle Arbeitgeber sonst schnell den Eindruck gewinnen, der Bewerber sei unentschlossen und unambitioniert. Nach dem Abschluss sollte daher Schluss sein mit prekären Beschäftigungen wie unbezahlten Praktika und Studentenjobs. Denn diese sind auch aus sozialversicherungstechnischer Sicht schwierig.
Oft gehört zur Jobsuche auch das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein oder die richtigen Leute zu kennen. Denn viele Unternehmen suchen ihre Mitarbeiter kurzfristig und sparen sich gerne langwierige Auswahlverfahren. Natürlich lassen sich solche glücklichen Zufälle nicht planen, und doch kann man ihnen systematisch auf die Sprünge helfen, indem man sich rechtzeitig ein Netzwerk an guten Kontakten aufbaut. Dadurch stehen die Chancen gut, von freien Stellen zu erfahren, noch bevor diese ausgeschrieben werden. Möglichkeiten, solche Kontakte zu knüpfen, gibt es genug: Praktika und Studentenjobs, Zeitarbeit, Messen, Recruitingveranstaltungen, Stammtische oder Onlinenetzwerke wie die Xing-Gruppe Geistes- und Sozialwissenschaftler in der Wirtschaft unter www.xing.com/net/gewiwiwi/. Doch Networking heißt nicht, besonders viele Kontakte jedweder Art zu knüpfen. Viele Situationen erfordern nur wenige Kontakte, dafür aber genau die richtigen. Um diese herzustellen muss man Initiative zeigen und Vorleistung erbringen. Denn es geht darum, Vertrauen aufzubauen. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wer hingegen vorschnell Erwartungen äußert, verspielt seine Chance nur allzu leicht.

Die Methode: Life Work Planning

Eine Methode, die sich für Jobsuche, Bewerbung und Networking gleichermaßen eignet, ist das aus den USA stammende Life Work Planning, das in drei Schritten abläuft und in Seminaren oder im Selbststudium mit Hilfe von Büchern erlernt werden kann (mehr dazu z.B. hier: www.learn-line.nrw.de/angebote/lwp). Das wichtigste dabei: Absolventen müssen sich nicht mehr mit den vorhandenen Stellenangeboten zufriedengeben, sondern können systematisch ihr eigenes Profil herausarbeiten und sich dann einen Arbeitgeber suchen, der zu ihnen passt. Angeblich haben durchschnittlich 86% aller Teilnehmer/innen ein Jahr nach einem LWP-Seminar einen erfüllenden Job.
• In Schritt 1 soll sich der Jobsuchende über seine Ziele, Wünsche und Fähigkeiten klar werden, z.B. indem er sie aufschreibt. Denn: Je genauer jemand weiß, was er will, desto eher findet er es auch.
• In Schritt 2 wird überlegt, wie sich die persönlichen Interessen in einen Beruf einbringen lassen. Wer sich dabei fragt “Was kann ich mit meinem Studienfach anfangen?” schränkt die Auswahl automatisch ein. Besser ist die Frage: Welche Berufstätigkeit strebe ich an? – denn es gibt mehr Möglichkeiten, als viele denken.
• Schritt 3 schließlich ist der schwierigste: Jetzt wird aktiv nach Kontakten gesucht, und zwar indem man gezielt Leute anspricht, die eine Stelle haben, die einen interessieren würde. Aber: in dieser Phase geht es noch nicht um die eigentliche Jobsuche, sondern um das Sammeln von Informationen und den Abgleich zwischen Realität und persönlichen Vorstellungen. Wer ohne allzu viele Hintergedanken offen auf andere zugeht, wird die erstaunliche Entdeckung machen, dass die meisten Menschen sich über ehrliches Interesse an ihrer Person oder Arbeit freuen und gerne Auskünfte geben.

Life Work Planning ist auch deshalb so erfolgreich, weil Absolventen, die wissen, was sie wollen, bei der Bewerbung auch ehrliches Interesse und Eigeninitiative mitbringen. Das machen die Personalentscheider häufig schon an der äußeren Form der Bewerbung fest. Daher sind standardisierte Bewerbungen Tabu, ganz zu schweigen von Massen-E-Mails, die den Eindruck von Beliebigkeit erwecken. Besser ist es herauszustellen, dass man sich intensiv mit dem Unternehmen befasst hat und weiß, was einen dort erwartet – und das möglichst kurz und knapp: Im Schnitt nimmt sich ein Personaler 30 Sekunden für eine Bewerbung und sortiert alles, was nicht passt, sofort aus. Und: Die häufig gestellte Frage: «Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?» zielt ganz klar darauf ab, welchen Nutzen das Unternehmen von einer Mitarbeit des Bewerbers haben könnte – und das sollte sich ein Bewerber schon im Voraus überlegen.

Kompetenzen erweitern

Bei der Jobsuche von der Frage auszugehen, welche Möglichkeiten ein geisteswissenschaftlicher Studienabschluss bietet, ist auch deshalb zu kurz gedacht, weil sich vorhandene Kompetenzen jederzeit durch Weiterbildungen und Aufbaustudiengänge erweitern lassen. Dabei ist die Finanzierung nicht das Hauptproblem, da es hier Stipendien, Kredite und staatliche Förderungen gibt. Weitaus schwieriger ist es, im Angebotsdschungel den passenden Inhalt und Abschluss zu finden. Denn: Auf gesetzlich kaum reglementierten Weiterbildungsmarkt gibt es neben zahlreichen auch international anerkannten Angeboten (etwa dem Master of Business-Administration in verschiedensten Variationen) auch Zertifikate einzelner Institute, die auf dem Arbeitsmarkt völlig unbekannt sind. Wer jedoch Zeit und Geld in eine Weiterbildung investieren will, sollte genau darauf achten, wie potentielle Arbeitgeber den Abschluss annehmen. Das ist z.B. dann gewährleistet, wenn ein Studiengang akkreditiert wurde und in einschlägigen Rankings auftaucht. Und auch inhaltlich bringt die Weiterbildung nur dann etwas, wenn sie auch konkret und praxisnah auf eine ganz bestimmte Berufstätigkeit vorbereitet, z.B. durch Praxiseinheiten innerhalb des Kurses.

Den gesamten Beitrag finden Sie unter: www.studisurf.ch/news/article/was-geistes-und-sozialwissenschaftler-tun-koennen-um-einen-job-zu-finden/

Der Beitrag erschien auch am 29.08.2009 unter dem Titel “Wie aus der Flaute frischer Wind weht” im Rhein-Main-Markt, Beilage zu Frankfurter Neuen Presse und zur Rhein-Main-Zeitung, dem Lokalteil der FAZ, auf Seite 3.

Simone Janson

Von: Simone Janson
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Absolventen & Praktika

Berufsfelder:
Geistes- und Sozialwissenschaftler

Welche konkreten Perspektiven haben Geistes- und Sozialwissenschaftler auf dem Arbeitsmarkt? In welchen Bereichen fällt der Einstieg besonders leicht. Fakt ist: Geisteswissenschaftler sind keinesfalls so weltfremd, wie ihnen gemeinhin unterstellt wird. Vielmehr besitzen sie häufig durchaus Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind und die studienbegleitend erworben wurden. Dazu gehören u.a. Schlüsselqualifikationen wie Zeit- Projektmanagement, soziale Kompetenzen, Organisationstalent und Selbstorganisation, die Fähigkeit, sich immer wieder auch kurzfristig in neue Themenbereiche einzuarbeiten, das Beherschen von Recherchetools, Erfahrungen in Lektorat, PR und Journalismus, Dolmetschen und Übersetzen, Kultur- und Eventmanagement und der sichere Umgang mit den neuen Medien.

Warum fällt der Einstieg so schwer?

An den Kenntnissen kann es also nicht liegen, dass Geistes- und Sozialwissenschaftler gewisse Schwierigkeiten beim Berufseinstieg haben. Tatsächlich liegt das Problem an anderer Stelle: Im Gegensatz zu Medizinern oder Juristen studieren sie häufig nicht auf ein konkretes Berufsziel hin. Dadurch haben Sie unter Arbeitgebern den Ruf, von allem ein bisschen, aber nichts richtig zu können. Mit anderen Worten: Es fehlt ihnen meist ein klares Profil, das potentielle Arbeitgeber auf einen Blick erkennen lässt, was der Absolvent kann und was nicht!

Ein absolut passendes Profil besitzen Geisteswissenschaftler in der Regel nur für die traditionell geisteswissenschaftlichen Institutionen, etwa Hochschulen, Museen oder Bildungseinrichtungen. Hier jedoch fehlen Gelder, werden Stellen gekürzt daher können diese Bereiche nicht mehr viele Absolventen aufnehmen. Und auch in anderen geisteswissenschaftsafinen Bereichen, wie in den Medien oder der Öffentlichkeitsarbeit sieht es nicht gerade rosig aus.

Neue Perspektiven

Doch Geistes- und Sozialwissenschaftler haben längst nicht mehr nur in der Weiterbildung oder Öffentlichkeitsarbeit gute Karten, sondern auch in Berufen, an die sie während ihres Studiums wahrscheinlich nicht einmal im Traum gedacht haben: Viele von ihnen finden mittlerweile auch im Personalwesen, in Werbung und Marketing, bei der Kundenbetreuung, im Sales- oder Call-Center-Management einen Job. Einige arbeiten sogar in Bereichen, die vom Studium sehr weit entfernt sind, etwa in der Verwaltung, im Vertrieb, als Assistenz der Geschäftsleitung, als Unternehmensberater, bei Banken, in der Netzwerkadministration, als Programmierer bzw. Webdesigner oder Internetscout im EDV-Bereich.

Immer wieder berichten die Medien über Beispiele einzelner Geistes- und Sozialwissenschaftler, die solche Nischen erfolgreich finden konnten: Etwa Rüdiger Booz, Personalchef bei Renault und studierter Historiker, oder Peter Stuckenberger, Redenschreiber bei Siemens und promovierter Kunsthistoriker. Immer häufiger liest man zudem von Patchworkkarrieren, bei denen Absolventen im Lauf ihres Berufslebens in mehreren ganz unterschiedlichen Branchen und Aufgabenfeldern tätig sind. Solche Beispiele zeigen: Die Berufsfelder für Geistes- und Sozialwissenschaftler sind vielfältiger geworden. Und daher gibt es auch die eine Strategie, die zum erfolgreichen Berufseinstieg führt, nicht, sondern stattdessen zahlreiche, individuelle Optionen.

Wer einen Job sucht, sollte gezielt nach Unternehmen Ausschau halten, die auch Geistes- und Sozialwissenschaftler einstellen. Auskunft darüber geben in der Regel die Unternehmen selbst bzw. ihre Website. Dabei sollte man ganz bewusst auch nach Unternehmen außerhalb des Kultursektors suchen, die auch Geistes- und Sozialwissenschaftler einstellen. Dazu gehören Beispielsweise in der Finanzbranche die Credit Suisse, JP Morgan, Union Investment, die Deutsche Bank oder die Citigroup oder im Consultingbereich die Boston Consulting, Roland Berger, Kienbaum oder McKinsey. Aber auch international bekannte Marken wie Coca Cola, Nestle oder Procter & Gamble suchen gezielt nach Geisteswissenschaftlern, weil sie sich von ihnen frischen Wind und Informationen erhoffen.

Apropos International: Eine Alternative zum deutschsprachigen Arbeitsmarkt sind ausländische Firmen, besonders in den angelsächsischen Ländern, denn diese stehen aufgrund ihrer liberaleren Unternehmenskultur, die Quereinsteiger in die Wirtschaft gezielt anspricht, Geistes- und Sozialwissenschaftler offener gegenüber. Das gilt übrigens auch für Niederlassungen dieser Firmen hierzulande. So erklärt sich beispielsweise der Berufsweg einer Philologin, die aufgrund ihrer hervorragenden Kenntnisse in drei Sprachen bei einer renommierten britischen Bank im Bereich Aktienhandel einsteigen konnte. Das im deutschsprachigen Raum so häufig geschätzte kaufmännische Wissen, das eine Hürde für viele Geisteswissenschaftler darstellt. wurde berufsbegleitend vermittelt.

Alternative Existenzgründung

Eine immer populärer werdende Alternative zur langwierigen und oft frustrierenden Jobsuche ist die Existenzgründung: Geistes- und Sozialwissenschaftler machen sich vor allem in den Dienstleistungssektoren Kultur, Medien, Beratung, IT, Übersetzung, Bildung oder Wissenschaft selbständig. Die Motive für Gründungen sind unterschiedlich: Bei den einen ist die Entscheidung langsam gewachsen, bei anderen ist die Selbständigkeit nur eine Notlösung in Ermangelung anderer Alternativen. Als Selbständiger muss man sich um rechtliche Dinge sowie die Versicherungen selbst kümmern und hat in der Regel keinen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub. Die Honorare müssen manchmal in langwierigen Mahnverfahrens beim Amtsgericht eingetrieben werden.

Persönliche Kompetenzen sind für eine erfolgreiche Gründung besonders wichtig: Dabei spielt das an der Hochschule erworbene Fachwissen nur eine untergeordnete Rolle. Wichtige Schlüsselqualifikationen sind viel eher Verhandlungsgeschick, Verantwortungsbewusstsein, Flexibilität, Selbstdisziplin und Sorgfalt . Ebenso wichtig, um den stressigen Arbeitsalltag eines Existenzgründers zu bestehen, sind aber auch einige Fähigkeiten, auf die ein eigenverantwortlich durchgeführtes geisteswissenschaftliches Studium hervorragend vorbereitet:
Eine Existenzgründung beginnt in der Regel mit der Geschäftsidee, die man am besten in einem Businessplan niederlegt. Erst danach folgen alle rechtlichen Schritte. Das ist am Anfang, wenn man klein anfängt, nicht weiter kompliziert. Die wirkliche Schwierigkeit besteht darin, die ersten Jahre, in denen sich das neue Unternehmen am Markt durchsetzen muss, durchzustehen. Dabei ist es wichtig, trotz Rückschlägen hartnäckig weiterzumachen und die eigenen Fehler als Chance zu begreifen, etwas dazuzulernen. Wer dabei immer noch die Hoffnung auf eine Festanstellung im Hinterkopf hat, sollte sich lieber gleich einen entsprechenden Job suchen. Motivierend ist es viel mehr, sich immer wieder vor Augen zu führen, warum man selbständig ist und welche Vorteile dieser Status bringt. Viele Existenzgründer schätzen es etwa, eigene Ideen verwirklichen und sich selbst organisieren zu können. Dafür nehmen sie dann auch den höheren Arbeitsaufwand in Kauf. Denn: Wer sich selbständig macht, muss ständig und aufs Neue dazu bereit sein, seine Dienstleistung zu verkaufen. Jede Zurückhaltung ist da fehl am Platze, denn die beste Arbeit bringt nichts, wenn sie nicht entsprechend präsentiert wird!

Den gesamten Beitrag finden Sie unter www.studisurf.ch/news/article/berufsfelder-fuer-geistes-und-sozialwissenschaftler/

Der Beitrag erschien auch am 29.08.2009 unter dem Titel “Wie aus der Flaute frischer Wind weht” im Rhein-Main-Markt, Beilage zu Frankfurter Neuen Presse und zur Rhein-Main-Zeitung, dem Lokalteil der FAZ, auf Seite 3.